POLITIK
11/11/2015 13:29 CET | Aktualisiert 11/11/2015 13:35 CET

24 Prozent der Thüringer finden: "Nazis hatten auch ihre guten Seiten"

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Erschreckende Tendezen

Die Stimmung in Deutschland gegenüber Flüchtlingen kippt. Von der Willkommenskultur des Sommers ist nicht mehr viel übrig. Stattdessen überwiegen Angst und Ablehnung.

Zu dieser Erkenntnis kommt auch der diesjährige "Thüringen Monitor". Mit dieser Umfrage erfragen und analysieren Sozial- und Politikwissenschaftler der Universität Jena die Stimmung in der Bevölkerung des Bundeslandes. Die Ergebnisse liegen der Tageszeitung "Thüringer Allgemeinen" vor.

Die Ergebnisse sollten uns beunruhigen:

1. Viele halten Deutschland für „in gefährlichem Maß überfremdet"

Eine knappe Mehrheit der Thüringer teilt die Aussage, dass „die Bundesrepublik in gefährlichem Maß überfremdet“ sei. 40 Prozent finden, dass Ausländer nur nach Deutschland kämen, um den Sozialstaat auszunutzen. Dies ist ein Anstieg von sechs Prozent im Vergleich zu den vorherigen Jahren.

2. Ausländerfeindlichkeit ist bei älteren Menschen stärker ausgeprägt

Die Studie legte starke Unterschiede zwischen jungen und alten Menschen offen. 29 Prozent der befragten Menschen ab 60 Jahren würden demnach rechtsextremistische Ansichten vertreten. Diese Zahl ist mehr als doppelt so hoch wie bei den 18- bis 24-Jährigen. 2014 lag der Anteil noch bei 17 Prozent.

3. Eine wachsende Zahl der Befragten findet Nazis gut

24 Prozent der Befragten behaupteten tatsächlich, dass der Nationalsozialismus auch seine guten Seiten gehabt habe. Dies ist ein Anstieg von sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

4. Einige glauben sogar, die Diktatur sei die bessere Staatsform

Im nationalen Interesse“ und „unter bestimmten Umständen“ sei eine Diktatur „die bessere Staatsform“. Zu dieser Meinung kommt jeder fünfte Befragte der Studie.

5. Viele lehnen Flüchtlinge ab

70 Prozent der Studienteilnehmer lehnen eine großzügige Prüfung“ der Asylanträge durch den Staat ab. Sprich: Alle Anträge ablehnen! 55 Prozent sind der Meinung, dass die Migranten in ihrer Heimat gar nicht verfolgt würden. Ergo: Die Flüchtlinge sollen wieder zurück, weil sie gar keine Flüchtlinge sind. Im bundesweiten Vergleich sind nur 42 Prozent der Menschen dieser Meinung. Außerdem wollen 42 Prozent der Thüringer kein Asylbewerberheim in ihrer Nachbarschaft.

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