So schön wäre Deutschland, wenn Bayern ENDLICH unabhängig wäre

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BAYERN
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Träumen wir mal eine Minute lang und stellen uns den Tag der bayerischen Unabhängigkeit vor. Richtig: Bayern sagt sich von Deutschland los und wird ein eigener Staat. Ganz so, wie es jüngst der CSU-Landtagsabgeordnete Steffen Vogel in einer lichten Sekunde gefordert hat.

Herr Vogel gehört immerhin zur durch göttliche Fügung entstandenen bayerischen Staatspartei. Da wird man noch hoffen dürfen.

Die buntesten Farben würden nicht ausreichen, um diesen Traum auch nur annähernd angemessen zu beschreiben. Ganz Mitteleuropa wäre eine einzige Party. Und das Sommermärchen von 2006 würde dagegen wie ein trauriges Aschermittwochskränzchen wirken.

Erwachsene Männer versohlen sich gegenseitig den Arsch

In München würden sie wahrscheinlich eine Trachtenparade abhalten, bei der sich erwachsene Männer gegenseitig den lederbehosten Arsch versohlen. Auf einer Geschützlafette würde eine Konfettikanone über die Ludwigstraße fahren, und immer wenn der neue bayerische König Horst Seehofer sich zufrieden über den Bauch streichelt und „Mia san mia“ brummt, würde ein Schuss losgehen, der den halben Odeonsplatz in eine Feierwolke aus Papierschnipseln einnebelt.

Und alle wären betrunken. Alle! Augustiner-Bräu würde eine halbe Monatsproduktion Freiheits-Bier spendieren. Florian Silbereisen und Helene Fischer würden die neue Bayern-Hymne trällern.

Und das Bayerische Fernsehen würde in seinem neue „Auslandsjournal“ über die angeblich so bittere soziale Realität im Ruhrgebiet berichten. Da können Resi und Sepp sich nach dem fünften Obstler wohlig schaudernd auf ihrer massivhölzerne Eckbank zurücklehnen und sich freuen, dass es die Bayern so gut haben.

Partystimmung in Westfalen

Währenddessen, in Essen: Ausnahmezustand auf dem Kennedyplatz. Nach der Ernennung eines SPD-Politikers zum Verkehrsminister ist klar, dass nicht mehr ein Drittel der Strukturmittel jährlich in Bayern versickern. Endlich bleibt Geld über, um Nordrhein-Westfalens Straßen auf Vordermann zu bringen. Selbst am Kamener Kreuz soll es demnächst nur noch sporadisch Stau geben.

Bereits um fünf Uhr morgens am bayerischen Unabhängigkeitstag hatten BVB-Ultras den Dortmunder Borsigplatz besetzt und ihn schwarz-gelb gestrichen. Nachdem sich der FC Bayern der italienischen Serie A angeschlossen hat, ist endlich wieder die Austragung einer fairen und offenen deutschen Fußballmeisterschaft möglich.

Auch in Wolfsburg, Leverkusen, Frankfurt, Stuttgart und Hamburg tanzen Hunderttausende Fußballfans im Novembernieselregen auf den Straßen. Brasilianische Zeitungen titeln: „Erst nehmen sie uns den WM-Titel, jetzt auch noch den Samba!“

Erasmus-Förderung für ein Auslandsstudium in Bayern

Das Bundesverfassungsgericht wird vom neuen Bundestag um ein Drittel verkleinert. Der Grund: Durch den Wegfall unsinniger CSU-Gesetzesinitiativen wie der Ausländermaut oder des Betreuungsgeldes werden künftig auch die Verfassungsrichter weniger zu tun haben. Nur einige Nostalgiker beklagen, dass ihnen die Arbeit an den bayerischen Gesetzestexten eine beinahe „dadaistische Freude“ bereitet hätte.

Partylaune auch in Marburg, Tübingen und Göttingen: Wer nach seinem Bachelor-Abschluss künftig ein Master-Studium an der Ludwig-Maximilians-Universität aufnehmen will, kann mit Erasmus-Förderung rechnen. Das Deutsche Studentenwerk arbeitet an freiwilligen Sprachkursen für das Auslandsstudium an der Isar.

Allerdings hat König Horst I. schon verkündet, dass er Armutsmigration aus Ostdeutschland „bis zur letzten Patrone kämpfend“ entgegentreten will.

Was allerdings niemanden mehr so recht interessiert. Wer nimmt schon ein Land für voll, das so groß ist wie Tschechien, sich aber so groß fühlt wie Russland?

Armer König Horst.

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