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10/11/2015 13:01 CET | Aktualisiert 10/11/2015 14:05 CET

Internationale Eingreiftruppe: Türkei fordert deutsche Truppen in Syrien

dpa
Bundeswehrsoldaten üben am 10.10.2014 in Bergen (Niedersachsen) während der Informationslehrübung «Landoperationen» die Bergung eines Verletzten.

Kämpfen bald auch deutsche Soldaten in Syrien? Geht es nach der türkischen Regierung sollten die großen Industrienationen ihr militärisches Engagement in dem Bürgerkriegsland schon bald intensivieren.

Konkret gefordert hat ein militärisches Eingreifen der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu Er spricht sich für einen internationalen Einsatz von Bodentruppen in Syrien aus. Luftangriffe auf die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reichten nicht aus, sagte Davutoglu dem Sender CNN International vor dem G20-Gipfel im südtürkischen Antalya.

„Wir brauchen eine integrierte Strategie mit Luftangriffen und Bodentruppen“, forderte Davutoglu. Aber die Türkei könne „das nicht alleine bewältigen“. Wenn es eine Koalition und eine sehr gut konzipierte integrierte Strategie gebe, sei die Türkei bereit, „sich darin in jedem Sinne zu beteiligen“, sagte Davutoglu.

Eine solche Strategie müsse über den Kampf gegen den IS hinausgehen. Sonst drohe ein Machtvakuum, in dem eine neue Terrorgruppe entstehen könnten. Davutoglu sprach sich erneut für die Schaffung einer Schutzzone in Syrien an der türkischen Grenze aus und forderte die Ablösung des Machthabers Baschar al-Assad in Damaskus.

„Die Frage ist nicht, wie und wie lange Assad bleiben wird, die Frage ist, wann und wie Assad gehen wird“, sagte der Ministerpräsident. Eine Lösung der Krise wäre dann erreicht, wenn die syrischen Flüchtlinge in ihre befriedete Heimat zurückkehren könnten. „Wenn Assad in Damaskus an der Macht bleibt, glaube ich nicht, dass irgendein Flüchtling zurückkehren wird.“ Syrien wird auf der Tagesordnung des G20-Gipfels am Sonntag und Montag stehen.

Die Bundesregierung lehnt zumindest bislang ein militärisches Engagement in Syrien kategorisch ab. Andere Staaten wie die USA oder Frankreich attackieren den IS zwar aus der Luft, wollen jedoch den Einsatz von Bodentruppen ebenso möglichst vermeiden.

mit Material von dpa

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