WIRTSCHAFT
10/11/2015 15:30 CET | Aktualisiert 10/11/2015 16:15 CET

Lufthansa: Das sind Gewinner des Streiks

dpa
Der Streik trifft die Lufthansa hart.

Der seit Tagen andauernde Streik der Flugbegleiter bei der Lufthansa hat viele Verlierer, etwa die Passagiere und Aktionäre. Doch es gibt auch Profiteure.

Air Berlin legt um ein Fünftel zu

"Wir haben wegen des Streiks spürbar mehr Fluggäste“, sagt eine Sprecherin des Lufthansa-Konkurrenten Air Berlin im Gespräch mit der Huffington Post. Sie geht für die vergangenen Tage von einem Anstieg der Fluggastzahlen im Inland um ein Fünftel aus.

Um den Andrang meistern zu können, setzt die Airline vor allem auf den Einsatz größerer Maschinen. Zudem bot das Unternehmen alleine gestern sechs zusätzliche Flüge an, vier davon zwischen München und Berlin. Für Dienstag hat die Lufthansa zehn Jets von Air-Berlin samt Personal gechartert.

Deutsche Bahn verzeichnet ebenfalls mehr Fahrgäste

Über ein Umsatzplus freuen darf sich auch die Deutsche Bahn. Zwar kann der Staatskonzern nach eigenen Angaben noch nicht beziffern, wie viele durch die Arbeitsniederlegungen Betroffene in den vergangenen Tagen auf ICE und Inter City umgestiegen sind, doch ein Sprecher sagt der Huffington Post: „Mehrere Strecken wie die von Düsseldorf nach Berlin oder von Frankfurt nach Berlin waren die vergangenen Tage deutlich stärker frequentiert als sonst.“

Sollten die Flugbegleiter ihren Streik in den kommenden Tagen auf noch mehr Kurzstrecken ausweiten, werde dies mit „Sicherheit einen deutlichen Anstieg an Bahn-Fahrgästen zur Folge haben“, so der Sprecher. Die Bahn hat jedoch wegen der Streiks zumindest am vergangenen Wochenende keine zusätzlichen Mitarbeiter eingesetzt.

Kostenloses Umbuchen

Da es eine Kooperationsvereinbarung zwischen Lufthansa und Deutscher Bahn gibt, können Passagiere bei Flugausfällen aber auch kostenlos auf die Bahn umsteigen. Fluggäste im innerdeutschen Verkehr können online oder an Lufthansa-Schaltern ihre Tickets in Gutscheine für die Bahn umwandeln lassen und damit in einen Zug steigen.

Nach einem flächendeckenden Streik der Flugbegleiter für alle Flugzeugtypen am Montag hat die Gewerkschaft Ufo für diesen Dienstag zu einem etwas abgeschwächten Arbeitskampf aufgerufen. An den zentralen Drehscheiben München und Frankfurt sollen nur die Langstreckenflieger am Starten gehindert werden. In Düsseldorf bleibt es wie in den Tagen zuvor dabei, dass der Arbeitskampf auch Kurz- und Mittelstrecken einschließt.

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