WIRTSCHAFT
09/11/2015 18:27 CET | Aktualisiert 26/01/2016 12:08 CET

Weichtiere in Nudeln? Das steckt hinter den Warnhinweisen auf den Rückseiten der Lebensmittel

wdr
Weichtiere in Nudeln

"Kann Spuren von Weichtieren enthalten“ – solche Hinweise lesen Verbraucher auf der Rückseite von Lebensmittelverpackungen immer wieder. Aber was bedeutet das eigentlich: Stecken in den Nudeln etwa Reste von Würmern, Schnecken oder Muscheln?

Diese Angaben verwirren den Verbraucher. Die WDR-Sendung "Servicezeit" hat sich deshalb die verschiedenen Warnhinweise auf den Lebensmitteln genauer angesehen. Mit verblüffenden Ergebnissen:

1. Weichtiere in den Nudeln

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"Spuren von Weichtieren“ – diesen Hinweis lesen Kunden auf fast allen Nudelsorten. Das klingt erst mal eklig, ist aber völlig harmlos.

"Weichtiere sind keine Regenwürmer, sondern Tintenfische oder Muscheln, die in der gleichen Fabrik verarbeitet werden, wo auch die Nudeln hergestellt werden“, sagt Ernährungswissenschaftlerin Sarah Gebhardt der Sendung "Servicezeit“.

2. Steinchenreste in Mandeln

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Das Team der Sendung hat auch auf einer Packung Mandeln einen irritierenden Hinweis entdeckt: "Trotz mehrfacher Kontrolle sind Fremdkörper (Schalenteile, Steinchen o.ä.) nicht ganz auszuschließen.“ Schalen klingen nach nachvollziehbar. Aber woher kommen die Steinchen?

"Es kann durch der Ernte passieren, dass kleine Steine mit in die Packung gelangen", sagt Expertin Gebhardt. Die Wahrscheinlichkeit, auf einen Stein zu beißen, sei allerdings gering. Dass es ein Stein bis in die Packung schafft, komme so gut wie nie vor.

Die Hersteller schreiben die Warnung auf die Packung, um sich rechtlich abzusichern. „Wenn ein Kunde auf einen Stein beißt und sich verletzt, kann das Unternehmen nicht verklagt werden“, sagt Gebhardt.

3. Eisen in Cornflakes

In einigen Lebensmitteln sind mehr als nur Spuren beigemischt – zum Beispiel in Cornflakes. Darin finden sich sogar kleine Stücke Eisen.

Um das zu veranschaulichen, rührt Expertin Gebhardt mit einem Magneten in einer Schale Cornflakes. Das Ergebnis: Kleine und sichtbare Eisenspähne bleiben am Magneten hängen. Besonders für Kinder können diese Mengen schädlich sein.

Wie kann der Verbraucher sich dagegen schützen? Am besten weniger stark verarbeitete Produkte kaufen – also lieber Haferflocken statt Cornflakes.

4. Karmin in Süßigkeiten und Kosmetik

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„Karmin“ ist ein roter Farbstoff, der in Süßigkeiten und Kosmetik-Produkten steckt. Er wird aus kleinen Läusen gewonnen, die zur Farbgewinnung gemahlen werden. Das ist zwar nicht appetitlich, aber zumindest nicht schädlich für unsere Gesundheit.

5. Azofarbstoffe schädlich für Kinder

Anders sieht es da bei dem künstlichem „Azofarbstoff“ aus – der kann dem Menschen schaden. Deswegen müssen die Hersteller seit 2010 darauf hinweisen, dass der Stoff die „Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen“ kann.

Ökotest hat 2013 mehr als 100 Lebensmittel auf Azofarbstoffe untersucht – mit bedenklichem Ergebnis: fast ein Viertel der getesteten Produkte enthalten einen oder mehrere Azofarbstoffe.

Das Fatale: Nicht zufällig waren es vor allem Lebensmittel, die gern von Kindern gegessen oder getrunken werden. Denn gerade in bunten Süßigkeiten und Getränken für Kinder steckt der künstliche Farbstoff.

6. Borsten im Brot

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Viele Fabriken benutzen die Aminosäure L-Cystein, um das Mehl knetbarer zu machen. Die Aminosäure wird aus Haaren, Borsten und Federn gewonnen – unter anderem von Schweinen.

Die tierischen Borsten stecken zum Beispiel im Brot, Keksen oder anderen Knabbereien. Der Verbraucher ist meistens ahnungslos. Deswegen fordern Vegetarier und Veganer eine Deklarationspflicht für die Hersteller.

Wie kann sich der Verbraucher vor Ekelzusätzen, die sogar der Gesundheit schaden können, schützen? Am besten bei jedem Kauf genau lesen, was in den einzelnen Lebensmitteln steckt. Je weniger wir zu verarbeiteten Lebensmitteln greifen, desto sicherer sind wir.

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