LIFESTYLE
09/11/2015 15:12 CET | Aktualisiert 09/11/2015 15:33 CET

Fotograf beweist, dass Smartphones auf Hochzeiten nichts zu suchen haben

Thomas Stewart Photography
Fotograf postetvirale Hasstirade gegen Smartphobes auf Hochzeiten

Smartphones sind eine tolle Erfindung. Sie ermöglichen uns, alles nachzuschlagen; Navigations-Apps sorgen dafür, dass wir uns (so gut wie) gar nicht mehr verlaufen und hoch auflösende Kameras erlauben jedem, nahezu professionelle Fotos zu schießen - nun ja, das denken zumindest einige.

Ein Profifotograf hat unlängst in einem Facebook-Post ein Problem angesprochen, das Smartphones neben allen Bequemnlichkeiten leider auch mit sich gebracht haben - und das jeder Konzertbesucher kennt: andere Menschen, die einem mit ihren gezückten Smartphones das ganze Erlebnis versauen.

Thomas Stewart ist Hochzeitsfotograf und leidet sowohl persönlich wie auch in professioneller Hinsicht unter dem Drang der Menschen, alles - wirklich ALLES - mit ihrer Handykamera festhalten zu müssen. Das Schlimme daran, sie lassen sich vom eigentlichen Ereignis ablenken.

Als Stewart kürzlich bei einer Hochzeit dieses Bild schoss, hatte er die Faxen dicke und beschloss, den Leuten via Facebook in einer Wutrede mitzuteilen, was er von Smartphones auf Hochzeiten hält . Damit traf er offenbar einen Nerv: Über 65.000 Menschen haben den Post mittlerweile geteilt.

Right, I've had enough. I want to talk to you all about guests using mobile phones / cameras at weddings. I want to...

Posted by Thomas Stewart Photography on Donnerstag, 5. November 2015

Gut, ich hab's satt. Ich möchte mit euch über Gäste sprechen, die Handys/Kameras auf Hochzeiten benutzen. Ich möchte euch einständig bitten und das hier ganz einfach machen: Bäute und Bräutigame, bitte habt eine technikfreie Hochzeit.

Schaut euch dieses Foto an. Der Bräutigam musste sich über den Gang hinaus lehnen, um seine Braut auf ihn zukommen sehen zu können. Warum? Weil Gäste mit ihren Handys den Gang versperrten und ihm im Weg standen.

Das ist scheiße. Ich beschuldige nicht speziell diese Gäste. Ich übernehme sogar einen großen Teil der Verantwortung dafür, dass sowas passiert. Ich hätte in der Vergangenheit meinen Kunden deutlicher erklären müssen, warum man Gäste bitten sollte, keine Fotos zu machen. Nun, von jetzt an, werde ich ein ziemliches Theater deswegen machen.

Wenn Sie eine Hochzeit planen, dann bedenken Sie bitte folgende Punkte:

1. Gäste mit Handys, iPads und Kameras stehen Ihrem Fotografen direkt im Weg. Sie haben keine Ahnung, wie sie uns aus dem Weg gehen. Sie ruinieren häufig unsere Aufnahmen. Sie machen unsere Fotos schlechter. Sie bezahlen Ihrem Fotografen eine ganz schöne Stange Geld. Das bedeutet, dass Sie tolle Fotos wollen. Wir können aber nicht unsere beste Arbeit abliefern, wenn uns Menschen den Weg versperren.

2. Die gleichen Gäste, werden auch IHNEN den Weg versperren. Sie werden Momente Ihrer eigenen Hochzeit verpassen, weil ein iPad im Weg war. Sie werden verpassen, das Gesicht Ihres Partners im Gang zu sehen.

3. Die Fotos der Gäste sind normalerweise scheiße. Es tut mir leid, aber es ist wahr. Man kann kein tolles Bild machen, wenn man sich mit einer Handykamera in den Gang einer dunklen Kirche lehnt und ein sich bewegendes Objekt fotografiert. Verdammt, sogar viele Profis haben Probleme damit.

Und schließlich der wichtigste Punkt:

4. Stellen Sie sich vor, Sie sind mitten in Ihrer Hochzeitszeremonie. Sie sind aufgeregt. Sie beschließen, einen kurzen Blick auf Ihre Gäste zu werfen, da Sie sich sicher sind, dass sie diese glücklichen Momente mit Ihnen teilen, vielleicht verdrücken sie auch die ein oder andere Träne. Was sehen Sie? ÜBERHAUPT KEINE GESICHTER, DA DIE ALLE VON HANDYS UND KAMERAS VERDECKT WERDEN! Ich bezweifele stark, dass Sie Ihre Hochzeit so in Erinnerung behalten wollen.

In Ihrem eigenen Interesse, sagen Sie bitte jedem, dass Sie eine Zeremonie ohne Elektronik möchten. Schreiben Sie es auf eine Tafel, die die Gäste bei ihrer Ankunft sehen können. Bitten Sie Ihrem Zelebranten/Pfarrer/Priester es den Gästen am Anfang der Zeremonie mitzuteilen. ORGANISIEREN SIE EIN FLUGZEUG, DAS ES IN DEM HIMMEL SCHREIBT!

Und liebe Gäste, ihr wurdet zu dieser Hochzeit eingeladen, um die Liebe, die zwei Menschen für einander fühlen, zu teilen und zu feiern. Sie haben euch nicht eingeladen, damit ihr Fotos macht, die sie sich vermutlich eh nicht ansehen werden. Sie wollen, dass ihr mit Herz und Seele dabei seid und sie wollen eure mit Tränen gefüllten Augen sehen, da ihr auch ein Teil ihrer Hochzeitszeremonie seid. Ihr seid Zeugen ihrer Hochzeit, Himmel nochmal, seht sie mit euren Augen und Geist an und nicht mit euren Handys.

Also liebe Gäste, bitte, um meinetwillen und für die zwei Menschen, die heiraten, lasst eure Kameras zuhause und legt eure Handys/iPads beiseite.

// Wutausbruch beendet //

Stewart spricht ein Problem an, das nicht nur für Hochzeiten, sondern auch auf ganz viele andere Situationen übertragbar ist: Konzerte, Parties, Ausflüge - die Liste ist lang.

Man hat mehr davon, wenn man den Moment bewusst erlebt, statt über ein blendendes Handydisplay, bei dem am Ende Fotos herauskommen, die als erstes wieder gelöscht werden, wenn man freien Speicherplatz benötigt.

Das ist nämlich ein weiterer Vorteil des bewussten Erlebens: Im Kopf ist genügend Speicherplatz, für einen ganzen Lebensvorrat an Erinnerungen.

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