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09/11/2015 14:26 CET | Aktualisiert 09/11/2016 11:12 CET

Deutscher Regiepreis: Til Schweiger als Gewinner des Abends

ili/spot
Einige Preisträger des Deutschen Regiepreises,

Die Besten ihrer Zunft: Beim Deutschen Regiepreis wurden vom Bundesverband Regie am Sonntagabend in der Münchner Filmhochschule unter anderem die besten Regisseure gewürdigt. Der Ehrenpreis ging an den Österreicher Michael Haneke (73), dessen Film "Das weiße Band"2010 für den Oscar als "Bester fremdsprachiger Film" nominiert worden war und dessen Streifen "Amour" ihn dann 2013 auch gewann. "Ich bin sehr gerührt, vielen Dank! Die Preise von Kollegen haben natürlich einen besonderen Stellenwert", freute sich der 73-Jährige. Doch es gab noch einen großen Gewinner des Abends:

Produzenten-Preis für Til Schweiger

"Der Preis an den Besten Produzenten geht an Til Schweiger, der leider nicht hier sein kann", begann Volker Schlöndorff (76,"Die Blechtrommel", Oscar 1980) seine Laudatio auf "einen Mann, den man auch Autorenfilmer im modernen Gewand nennen könnte". Sein letzter Film "Honig im Kopf" (2014) hatte sieben Millionen Zuschauer, obwohl es um ein Thema geht, dass "die meisten betroffen, ratlos und hilflos macht", so Schlöndorff. Schweiger habe ein besonderes Gespür für den Ton, er verstehe es, Gefühle zu zeigen. Darüber hinaus habe er "die wichtige Begabung eines Produzenten, die richtigen Leute in sein Team zu holen".

Wie lautet das Erfolgsrezept?

Wie Schlöndorff dann noch anmerkt, sei er selbst Til Schweiger noch nie begegnet. Das würde er aber gern, vor allem auch, um ihn nach seinem Erfolgsrezept zu fragen. "Denn Erfolg kann man nicht durch Kalkül herstellen", spielt er in Richtung einiger Kritiker an, die Schweiger genau das immer mal wieder vorgeworfen haben. Erfolg könne man nur haben, "indem man an seinen Film glaubt". Das Eigenartige sei nur: "Viele von uns glauben an ihre Filme, doch nur wenige haben den Erfolg wie Til Schweiger. Also, was machen wir falsch? Wo liegt er richtig?"

Til Schweiger schaffe es, dass alle im Team am gleichen Strang ziehen und deshalb seien seine Filme "so wunderbar entwaffnend, so ganz anders als unsere und doch auch ganz aufrichtig", lautet Schlöndorffs Erklärungsversuch. Man könne über die Krankheit im Alter wie in "Amour" erzählen, man könne es machen wie in "Still Alice" (2014) mit Julianne Moore, aber man könne es auch so machen, wie in "Honig im Kopf". Diese Krankheit vertrage verschiedene Erzählarten... "und deshalb gehört Til Schweiger natürlich zu unserer Familie, herzlich Willkommen!", schließt er seine fast schon rührende Laudatio.

Mehr Gewinner des Abends

Neben Haneke und Schweiger wurden außerdem Regisseur Oliver Hirschbiegel und dessen Hauptdarsteller Christian Friedel für das Drama "Elser - Er hätte die Welt verändert" (2015) ausgezeichnet. Ebenfalls zwei Preise gingen an die Macher der Serie "Deutschland 83", namentlich an Regisseur Edward Berger und Redakteurin Ulrike Leibfried. Und auch der aufsehenerregende "Tatort: Im Schmerz geboren" (2014) von HR-"Tatort"-Spezialist Florian Schwarz war den Kollegen zwei Preise wert: Beste Regie Fernsehfilm, Beste Kamera. Beste Schauspielerin war Martina Gedeck in "Am Ende der Geduld" und als bester Jungstar wurde Emma Beding ("Tatort: Das Muli") "lobend erwähnt".