POLITIK
09/11/2015 06:09 CET | Aktualisiert 09/11/2015 06:12 CET

Strafe wegen Joghurt-Beleidigung - so absurd ist Erdogans Nationalismus

Der Nationalismus der türkischen Präsidenten Erdogan treibt sonderbare Blüten. Nun wurde ein Softdrink-Hersteller in der Türkei zu einer Geldstrafe von umgerechnet 70.000 Euro verurteilt. Dem Unternehmen wird eine Beleidigung vorgeworfen.

So etwas kommt in Demokratien vor. Die Beleidigung von Beamten, Politikern oder von staatlichen Symbolen kann zu einer Geldstrafe führen. Aber nur in Erdogans Türkei geschieht dies, wenn sich die Beleidigung gegen ein Nahrungsmittel richtet - in diesem Fall ein Joghurt.

Richtig gelesen. In einem Werbespot für den Eistee Didi tritt ein Rapper auf, der eine Auseinandersetzung mit seiner konservativen Mutter über die Wahl des richtigen Getränks hat. Dabei sagt der junge Mann: "Ich habe Ayran getrunken, das hat mich einschlafen lassen."

Das fand das türkische Handelsministerium nicht witzig. Schließlich ist das Joghurtgetränt Ayran ein türkisches Nationalsymbol. Es verurteilte die Firma Caykur zu einer Geldstrafe von umgerechnet 70.250 Euro. Begründung: Das Joghurtgetränk Ayran sei "grundlos beleidigt" worden. Das schreibt die Zeitung "Hürriyet". Zudem werde den Konsumenten die "schlechte Botschaft" vermittelt, dass sie weniger Ayran und mehr Eistee trinken sollten.

Ayran war im Jahr 2013 vom Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan zum "Nationalgetränks" erhoben worden. Er will, dass die Türken mehr Ayran trinken - und dafür weniger Raki. Oder Eistee.

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