POLITIK
07/11/2015 15:25 CET

3 Anzeichen, dass der Kurden-Konflikt in Deutschland eskalieren könnte

dpa

Der Anschlag auf friedlich demonstrierende linke Kurden in Ankara, der umstrittene Wahlsieg der islamisch-konservativen AKP und Erdogans Bomben gegen kurdische Rebellen im Dreiländereck Türkei-Syrien-Irak: Die konfliktgeladene Beziehung zwischen Kurden und türkischen Nationalisten dürfte sich vorerst nicht entspannen.

Etwa drei Millionen Menschen mit türkischen Wurzeln leben in Deutschland, mindestens eine halbe Million davon sind Kurden. Kein Wunder also, dass der Konflikt nicht nur in der Türkei, sondern auch in Deutschland eine Rolle spielt.

Auch nach der türkischen Parlamentswahl wird die Auseinandersetzung zwischen türkischen Nationalisten und Kurden in Deutschland erst einmal kein Ende finden - im Gegenteil: Diese drei Anzeichen zeigen, dass sich der Konflikt hierzulande sogar noch verschärfen dürfte:

1. Experten warnen vor zunehmender Gewaltbereitschaft in Deutschland

Die sich verschärfende Situation in der Türkei wird auch an Deutschland nicht spurlos vorbeigehen – da sind sich Experten einig. Die Türkische Gemeinde warnt davor, dass es auch in Deutschland zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Kurden und nationalistischen Türken kommen könnte.

„Die Türkei steht vor einem Bürgerkrieg und das hat Folgen für Deutschland“, meint auch Evrim Sommer (Linke), kurdischstämmiges Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses im Interview mit dem "Tagesspiegel“.

2. Türkische Rechtsextreme erhalten massiv Zulauf

Rund 60 Prozent der türkischstämmigen Deutschen stimmten in der Parlamentswahl für Erdogans konservative AKP. Ein überraschend hohes Ergebnis in Angesicht der offenen Diskriminierung von Kurden durch Erdogans Politik.

Auch türkische Rechtsextreme bekommen immer mehr Zulauf: Die rechtsextreme MHP wurde in Deutschland von rund 10 Prozent gewählt und auch die gewaltbereiten „Grauen Wölfe“ gingen im Herbst dieses Jahres wieder in Deutschland auf die Straße.

3. Aus Worten werden Taten

Im ganzen Bundesland kam es in den letzten Monaten vermehrt zu Übergriffen, die sowohl türkischen Nationalisten, als auch kurdischen Gruppierungen zugeordnet werden konnten.

Aus Angst vor der Gewaltbereitschaft solcher Gruppen wurde erst im Oktober ein Sprachkurs-Projekt für kurdische Flüchtlinge, das durch die Drogeriekette „dm“ unterstützt werden sollte, in letzter Sekunde abgesagt. Die Leitung hatte hundertfache Drohungen erhalten.

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