POLITIK
06/11/2015 11:02 CET | Aktualisiert 06/11/2015 11:04 CET

Verrückter CSU-Parteichef: Seehofer sieht sich selbst als "Crazy-Horst"

DPA
CSU-Chef Horst Seehofer.

Wohl kaum ein Politiker hat in der Vergangenheit so viele Spitznamen bekommen wie CSU-Chef Horst Seehofer. Als „Drehhofer“ bezeichneten ihn seine Gegner schon - wegen seiner politischen Wendehalsigkeit. Und auch „Crazy Horst“ nennen ihn selbst konservative Kommentatoren gerne. Doch das scheint den bayerischen Ministerpräsidenten nicht zu stören.

Als ihn am Freitag in der Früh eine Reporterin des ARD-Morgenmagazins fragte, ob der Spitzname aus seiner Sicht eine Beleidigung sei, verneinte er. Im Gegenteil: „Es gab einmal einen sehr, sehr erfolgreichen Indianerhäuptling, der wurde auch als crazy eingestuft.“ Und das sei für ihn „eigentlich eher ein Ritterschlag“, sagte Seehofer.

Seehofer: Kompromiss mit SPD bei Lagern ist ein Erfolg

Im Gespräch mit der Journalistin ging es vor allem um die Flüchtlingsfrage. Seehofer betonte, dass aus seiner Sicht der Kompromiss innerhalb der großen Koalition bei den sogenannten Einreisezentren ein Erfolg sei. Seehofer sagte, die erzielten Ergebnisse seien einerseits "sehr gut für die Integration von Schutzbedürftigen.“

Auch habe man jetzt „die schärfsten Regeln zur Begrenzung der Flüchtlingszahlen, die es jemals in unserem Land gab - mit der Zustimmung der SPD". Seehofer betonte, die beste Obergrenze für Zuwanderer sei, "wenn die Flüchtlinge in ihrer Heimat bleiben".

Seehofer hält sich Klage in Karlsruhe offen

Trotz der jetzigen Einigung hält sich der bayerische Ministerpräsident die Möglichkeit einer Klage gegen die Bundesregierung wegen deren Flüchtlingspolitik offen. Im Moment seien solche Wege nicht notwendig, denn man habe ja zur Gemeinsamkeit in der Koalition zurückgefunden. "Aber wir werden das in der Tat prüfen.“

Dieses Manöver werden manche in der Tat "crazy" finden.

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