POLITIK
06/11/2015 17:23 CET | Aktualisiert 06/11/2015 17:23 CET

Nach Absturz des Passagierjets: Putin stoppt Flüge nach Ägypten

dpa

Putin zieht Konsequenzen aus dem Absturz des Passagierjets über der Sinai-Halbinsel. Nach Geheimdiensthinweisen auf einen Sprengsatz an Bord des abgestürzten Ferienfliegers in Ägypten stellt Russland seine Flüge in das beliebte Urlaubsland komplett ein. Bislang hatten britische und westeuropäische Airlines lediglich ihre Verbindungen zum Badeort Scharm el Scheich gestoppt.

Von einem Terroranschlag ist offiziell aber noch nicht die Rede. Putin habe die Regierung angewiesen, einen entsprechenden Vorschlag des Inlandsgeheimdienstes FSB umzusetzen, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Freitag in Moskau. Dies bedeute nicht, dass Russland sich auf einen Terroranschlag als Absturzursache festlege, betonte Peskow.

Die britische Regierung erhielt einem Bericht der BBC zufolge Hinweise, wonach möglicherweise eine Bombe im Frachtraum des Airbus A321 versteckt gewesen sei. Moskau und Kairo legten sich bislang nicht zur Unglücksursache fest. Bei der Tragödie am vergangenen Samstag kamen 224 Menschen ums Leben.

Behördenangaben zufolge befinden sich derzeit 45.000 Russen in Ägypten. Putin habe zudem angeordnet, den Rücktransport russischer Reisender aus Ägypten zu organisieren, sagte Peskow. Um alle Touristen sicher zurück nach Russland zu bringen, sei vermutlich ein Monat nötig, sagte Branchensprecherin Irina Tjurina. Eine Reisewarnung des Außenministeriums in Moskau gab es zunächst nicht.

Zuvor hatten britische und weitere westeuropäische Airlines ihre Verbindungen zum Badeort Scharm el Scheich eingestellt. Allein bis zu 20.000 Briten sitzen in der Region fest. Eine groß angelegte Rückholaktion der britischen Regierung lief wegen einer Blockade durch die ägyptischen Behörden nur schleppend an. Offiziellen Angaben zufolge durften zunächst nur 8 von 29 geplanten Sonderflügen starten.

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