dm will künftig auf versteckte Preiserhöhungen hinweisen

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dm sorgt derzeit mit seinen Aktionen für Aufsehen. Erst Ende August warf die Kette die Zahncreme-Marke Dentagard aus dem Sortiment. Der Grund: Statt 100 waren in der Tube nur noch 75 Milliliter, der Preis blieb aber bei 75 Cent. Das ist eine Preiserhöhung von 33,3 Prozent. dm hatte ein Schild neben die Zahnpasta platziert auf dem stand: „Gleicher Preis bei weniger Inhalt: Da streiken wir!“

Bei Zahnpasta will es aber dm nicht belassen. Deutschlands größte Drogeriekette will jetzt auch verdeckte Preiserhöhungen anderer Hersteller anprangern, wie die "WirtschaftsWoche" berichtet. Dm verspricht: „Preiserhöhungen, die sich durch Veränderungen der Inhaltsstoffe oder der Packungsgestaltung ergeben“, sollen künftig „noch deutlicher kenntlich" gemacht werden. Das kündigte der für Marketing und Beschaffung zuständige dm-Geschäftsführer Christoph Werner gegenüber der "WirtschaftsWoche" an. Hinweisschilder am Regal sollen künftig die Kunden auf „signifikante Preiserhöhungen“ hinweisen.

Doch nicht alle sind glücklich mit der Aktion von dm. So witterte dm-Konkurrent Rossmann beim Dentagard-Gate eine reine PR-Masche. Rossmann kritisierte das „öffentlichkeitswirksame Anprangern“ von dm. „Würde dm bei jedem Produkt so vorgehen, bei dem durch Verringerung des Inhaltes die Preise indirekt erhöht werden, wären die Regale bald leer", sagte ein Sprecher damals.

Auch die Verbraucherzentrale Hamburg konnte sich damals einen kleinen Seitenhieb nicht verkneifen.
Sie begrüßte die erste Aktion von dm zwar, stellt aber auch klar, dass sich dm in der Vergangenheit bei versteckten Preiserhöhungen nicht immer auf die Seite der Verbraucher gestellt habe.

Hier seht ihr ein paar Beispiele für versteckte Preiserhöhungen:

  • Gerolsteiner Moment, heimliche Preiserhöhung 33,3 Prozent
    Weniger drin, gleicher Preis (0,99 Euro),
  • Schon wieder eine Windel weniger (Procter & Gamble)
    Verbraucherzentrale Hamburg
    Die Verbraucherzentrale Hamburg kritisiert: "Bei der Windelgröße 4 gibt es damit die sechste versteckte Preiserhöhung seit 2006: zuerst 47 Windeln, dann 44, 40, 37, 34, 31 und jetzt 30."
  • Herta Finesse “Schinken hauchzart”, heimliche Preiserhöhung: 30,3 Prozent
    Verbraucherzentrale Hamburg
    100 Gramm statt 150 Gramm
  • bebe zartcreme, versteckte Preiserhöhung: 56 Prozent
    Verbraucherzentrale Hamburg
    Alt: 250 ml (2,45 €); Neu: 150 ml (2,29 €) Nähere Infos hier.
  • Der Trick von Mars

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