NACHRICHTEN
05/11/2015 20:56 CET | Aktualisiert 05/11/2015 21:41 CET

Bahnbrechende Nasa-Studie: So wurde der Mars zum eisigen Wüstenplaneten

Die Nasa hat eine spektakuläre Entdeckung gemacht. Lange hat die Weltraumbehörde versucht heraufzufinden, warum der Mars sich von einer ursprünglich feuchten und relativ warmen Welt zu einem eisigen Wüstenplaneten entwickelte. Messungen der Raumsonde Maven geben nun endlich Aufschluss darüber.

Die Erklärung lautet demnach:Durch heftige Sonnenausbrüche verliert der Mars vermehrt Gas aus seiner Atmosphäre. Während eines Sonnenausbruchs entkommt besonders viel Material aus der Marsatmosphäre ins All, wie Forscher um Bruce Jakosky von der Universität von Colorado in Boulder im US-Fachblatt "Science" berichten.

Das Paradoxe ist also: Die Sonne war verantwortlich dafür, dass der Rote Planet erkaltete. Die Marssonde der US-Raumfahrtbehörde Nasa untersucht seit rund einem Jahr kontinuierlich die Lufthülle des Roten Planeten. Dabei konnte sie im März dieses Jahres die Auswirkungen eines Sonnensturms auf die Marsatmosphäre beobachten. Bei einem Sonnensturm schleudert die Sonne elektrisch geladenes Gas ins All, das starke Magnetfelder mit sich trägt.

So konnten die Messungen das Ergebnis liefern: Bei dem Ausbruch vom März registrierte Maven magnetische Schläuche in der Marsatmosphäre, die bis zu 5000 Kilometer weit ins All rankten. Die magnetischen Schläuche erleichtern es elektrisch geladenen Molekülen aus der Marsatmosphäre, ins All zu entkommen. Darunter sind etwa Kohlendioxid- und Sauerstoffionen.

Da Sonnenausbrüche im jungen Sonnensystem vermutlich häufig waren, könnten sie eine wichtige Rolle bei der angenommenen Ausdünnung der Marsatmosphäre gespielt haben, argumentieren die Forscher. Das könnte zu Klimaveränderungen auf dem Mars beigetragen haben. Viele Forscher gehen davon aus, dass der äußere Nachbar der Erde einst eine deutlich dichtere Lufthülle und dadurch ein wesentlich milderes Klima besaß als heute.

Was die Forscher noch herausfanden:

  • Weitere Untersuchungen von Maven, die mehrfach durch die obere Marsatmosphäre getaucht ist, zeigen, dass die Kruste des Roten Planeten vermutlich einen wesentlichen Anteil zum Mars-Magnetfeld beiträgt.
  • Außerdem beschreiben Planetenforscher in "Science" die überraschende Entdeckung von ausgedehnten Polarlichtern auf dem Mars, die von der Nasa bereits früher im Jahr bekanntgegeben worden war. Die Aurorae reichen bis zu 60 Kilometer an die Marsoberfläche heran - so dicht wie bei keinem anderen Planeten bisher beobachtet.
  • Außerdem hat die US-Raumsonde eine unerwartete globale Staubwolke um den Roten Planeten in 150 bis 1000 Kilometern Höhe entdeckt. Da es keinen bekannten Prozess gibt, der Staub von einem Planeten in diese Höhen hieven kann, nehmen die Forscher an, dass es sich um Staub handelt, der nicht von der Marsoberfläche stammt, sondern von einer bislang unbestimmten interplanetaren Quelle aus unserem Sonnensystem.

Lesenswert:

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter

blog@huffingtonpost.de.

Hier geht es zurück zur Startseite