ENTERTAINMENT
03/11/2015 09:43 CET | Aktualisiert 03/11/2016 10:12 CET

Deshalb sprechen Stars öffentlich über Depressionen

Jordan Strauss/Invision/AP

Depressionen sind eine ernstzunehmende Krankheit, die jeden unabhängig von Alter, Geschlecht oder sozialer Stellung treffen kann. Viele prominente Persönlichkeiten zu den Betroffenen. Stars leiden unter einem extremen Erfolgsdruck und stehen stets unter der Beobachtung der Öffentlichkeit.

Damit an die Öffentlichkeit zu gehen ist mutig. Stars wie Take-That-Sänger Robbie Williams, Schauspielerin Julia Roberts oder US-Schauspielerin und Verlobte von Boxweltmeister Wladimir Klitschko, Hayden Panettiere, sowie Lady Gaga und Jungstar Justin Bieber wagten den Schritt und sprechen offen über Depressionen. Was es Prominenten gibt mit ihrer Depression an die Öffentlichkeit zu gehen erläutert Dr. Sandra Maxeiner, Autorin von "Dr. Psych's Ratgeber Depressionen" (Jerry Media Verlag, 360 Seiten, 24,95 Euro), im Interview.

Prominente verfügten häufig über eine bestimmte Persönlichkeitsstruktur: "Einerseits suchen sie die Aufmerksamkeit und den Kontakt zu Medien, wollen im Licht der öffentlichen Wahrnehmung stehen, andererseits lässt sich jedoch genau das, je mehr Erfolg sie haben, nicht mehr kontrollieren." In weniger erfolgreichen Zeiten lauert dann die Gefahr, dass sie in "ein tiefes Loch" fallen, erläutert Maxeiner. Hinzu kommt, "dass auch der Druck von außen auf prominente Persönlichkeiten immer weiter zunimmt, je erfolgreicher sie sind. Denn schließlich erwarten alle stets großartige Leistungen von ihnen"..

Lady Gaga macht anderen Betroffenen Mut

Einflussfaktoren, die sich positiv auf den Krankheitsverlauf auswirken können, sind vor allem ein stabiles familiäres Umfeld, eine funktionierende Paarbeziehung, eine offene Kommunikation über die Krankheit und eine erfolgreiche Therapie. Beim Sänger Robbie Williams waren es "wohl vor allem seine Familie und ein soziales Umfeld, die ihm aus seinem Seelentief herausgeholfen haben". Die US-Schauspielerin Hayden Panettiere, die an einer Wochenbettdepression leidet, habe sich in ein Behandlungszentrum begeben. "Lady Gaga, die an Depressionen und Ängsten litt und noch immer leidet, hat es geholfen, über ihre Erkrankung zu sprechen. Mit ihrer Stiftung, der 'Born This Way Foundation', möchte sie anderen Betroffenen Mut machen und ihnen sagen: 'Ihr müsst keine Opfer sein! Wenn wir unsere Geschichten teilen und zusammenhalten, dann sind wir stark.'"

Julia Roberts hatte "ständige Selbstzweifel"

Auch die Schauspielerin mit dem wohl bezauberndsten Lächeln der Filmgeschichte, Julia Roberts, hat über ihre Depression offen gesprochen, weiß Maxeiner, und Roberts sagt heute: "Das Wichtigste ist, offen darüber zu reden." Die Ursachen für ihre Depression sieht Roberts vor allem in ihren ständigen Selbstzweifeln. "Immer glaubte sie, nicht gut genug oder zu alt für neue Rollenangebote zu sein. Inzwischen hat sie zu einer positiven Lebenseinstellung zurückgefunden, auch weil sie erkannt hat, dass der einzige Mensch, der sie vom Glücklichsein abhielt, sie selbst war. 'Jetzt gehe ich mit dem Leben um wie ein Kind mit Süßigkeiten umgeht. Das Leben ist kurz, deshalb lebe heute!'"

"Egal, ob prominent oder nicht", so die Expertin: "Jeder muss seinen ganz eigenen, individuellen Weg finden, mit dieser Krankheit umzugehen. Eines jedoch ist für alle depressiven Menschen essenziell, nämlich dass sie ihre 'Rettungsinseln', ihre 'Anker' oder 'Rettungsringe' finden - kurz: Dinge, die ihnen Kraft geben und bei denen sie Energie tanken können. Der Sänger Bosse sagte dazu: 'Wir müssen Rettungsinseln schaffen, müssen das Thema öffentlich machen. Und Rettung geht immer über Kommunikation mit Menschen, die dir helfen in Situationen, in denen es dir nicht gut geht.'

Hilfe bei Depressionen bietet die Telefonseelsorge unter der kostenlosen Rufnummer: 0800/111 0 111

Stars, die an Depressionen leiden

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter

blog@huffingtonpost.de.

Hier geht es zurück zur Startseite