POLITIK
03/11/2015 06:20 CET | Aktualisiert 03/11/2015 14:55 CET

Merkel warnt: Flüchtlingskrise könnte zu neuem Balkan-Krieg führen

Angela Merkel befürchtet, dass die Flüchtlingskrise zu Gewalt auf dem Balkan führen könnte. Sie warnte in einer Rede vor militärischen Auseinandersetzungen, sollte Deutschland die Grenze zu Österreich für Flüchtlinge schließen. In diesem Fall würde es "zu Verwerfungen kommen" - das habe schon das Beispiel Ungarns gezeigt.

Die Spannungen zwischen den Balkan-Staaten stiegen an. Sie haben daher um eine Konferenz zur Balkanroute gebeten habe, sagte Merkel. "Denn ich will nicht, dass dort wieder (...) militärische Auseinandersetzungen notwendig werden."

Merkel sagte, sie wolle nicht schwarzmalen. Aber es gehe schneller als man denke, dass aus Streit Handgreiflichkeiten würden - und sich daraus etwas entwickle, das niemand wolle.

Zudem verteidigte das Kompromisspapier der Union zur Flüchtlingspolitik. Deutschland werde allen Menschen helfen, die wegen Kriegen und Verfolgung Schutz suchen, sagte Merkel am Montag in Darmstadt.

Doch Abschiebungen müssten sein. Genauso wichtig sei es auch, die Menschen wieder zurückzuschicken, die etwa aus wirtschaftlichen Gründen nach Deutschland kommen und diesen Schutz nicht brauchen. Die Einrichtung von Transitzonen für schnelle Entscheidungen sei daher der richtige Weg.

CDU und CSU hatten sich nach heftigem Streit am Sonntag auf einen Kompromiss. In einem gemeinsamen Papier sprachen sie sich für Transitzonen für eintreffende Flüchtlinge aus. Die SPD lehnt das jedoch strikt ab. Merkel betonte, sie sei weiter davon überzeugt, dass Deutschland die Flüchtlingskrise bewältigen werde. Dafür sei aber der richtige Ansatz nötig. Wichtig sei vor allem, dass Europa dabei als Einheit auftrete.

Mit Material der DPA

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