POLITIK
01/11/2015 13:08 CET | Aktualisiert 01/11/2015 13:21 CET

Landrat droht Merkel: "Schicke die Flüchtlinge per Bus zum Kanzleramt"

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Ein bayerischer Landrat stellt sich gegen die Kanzlerin

Es ist eine weitere Eskalationsstufe in der Flüchtlingskrise: In einem Telefonat mit Angela Merkel hat der Landshuter Landrat Peter Dreier gedroht, bei einer weiteren Zunahme der Einwanderungszahlen die Migranten mit Bussen nach Berlin zu schicken. Das berichtet die "Welt am Sonntag".

"Wenn Deutschland eine Million Flüchtlinge aufnimmt, entfallen rechnerisch auf meinen Landkreis 1.800. Die nehme ich auf, alle weiteren schicke ich per Bus weiter nach Berlin zum Kanzleramt", teilt der Kommunalpolitiker der Freien Wähler der Kanzlerin bereits am Mittwoch in einem Telefongespräch mit.

"Der innere Friede ist in Gefahr"

Ausdrücklich warnte Dreier die Kanzlerin, dass Deutschland mittlerweile an einem Punkt angekommen sei, an dem der innere Friede in Gefahr sei. Seinen Plan, die Asylsuchenden mit Bussen nach Berlin zu bringen, teilte er der Kanzlerin bereits zuvor in einem Brief mit.

Daraufhin rief Merkel den Landrat an. "Wenn Sie Busse zu mir schicken, müsste ich die eigentlich nach Griechenland zurückschicken. Aber von dort laufen die Flüchtlinge dann wieder zu Ihnen", sagte die Kanzlerin. Gleichzeitig stimmt sie dem Landshuter Landrat zu, dass Deutschland mittlerweile an seine Belastungsgrenzen gestoßen sei.

"Wir schaffen das" recht nicht mehr

Dreier erklärte gegenüber der "WamS", dass Merkel ihm versichert habe, dass sie "Tag und Nacht" an einer Lösung der Flüchtlingskrise arbeiten würde. Ihr jetzt schon quasi unsterblicher Satz "Wir schaffen das", würde zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr ausreichen. Diesbezüglich waren sich beide einig. Eine Lösung könne es nur gemeinsam mit allen anderen EU Staaten, sowie mit der Türkei geben.

FOCUS Online vor Ort in Passau: Psychische Belastung und Österreich-Tricks: Polizist redet Klartext zu Flüchtlingskrise

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