POLITIK
31/10/2015 10:49 CET

CSU-Politiker beleidigt Pfarrer als „Neger"

Getty
Der CSU-Ortsvorsitzender Zornedings Johann Haindl bezeichnete einen dunkelhäutigen Pfarrer als "Neger"

Diese Meldung kommt einem irgendwie bekannt vor: Erst vor wenigen Wochen hatte CSU-Minister Joachim Herrmann für Schlagzeilen gesorgt, als er Schlager-Legende Roberto Blanco in einem TV-Interview als "wunderbaren Neger" bezeichnet hatte.

Der CSU-Ortsvorsitzende des Örtchens Zornedings nahe München, Johann Haindl, legt nun mit der gleichen Wortwahl nach. Haindl ließ in einem Gespräch mit der Ebersberger Lokalausgabe des "Münchner Merkur“ eine rassistische Bemerkung über den dunkelhäutigen Pfarrer Zornedings, Olivier Ndjimbi-Tshiende, fallen: „Der muss aufpassen, dass ihm der Brem (Zornedings Altpfarrer, d. Red.) nicht mit dem nackerten Arsch ins Gesicht springt, unserem Neger.“

Hintergrund dieser Aussage war wohl eine vorausgegangene Disput zwischen der CSU-Funktionärin Sylvia Boher und Pfarrer Ndjimbi-Tshiende. Die Politikerin hatte nämlich im lokalen CSU-Parteiblatt gegen Flüchtlinge gehetzt – und hatte daraufhin öffentlich scharfe Kritik von Pfarrer Ndjimbi-Tshiende geerntet, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet.

Auf die Aussage Haindls reagierte der gebürtige Kongolese kühl. Er sagte der Zeitung, dass er die Ausage Haindls sehr wohl als "rassistische Beleidigung" empfinde, anzeigen werde er den Politiker aber nicht.

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