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31/10/2015 17:47 CET

9 Symptome von Depressionen, die die meisten übersehen

Etwa jeder fünfte Mensch in Deutschland erkrankt mindestens ein Mal im Leben an behandlungsbedürftigen Depressionen. Doch häufig wissen Betroffene gar nicht, dass sie krank sind und können daher nicht angemessen behandelt werden.

Die Stiftung Deutsche Depressionshilfe warnt, dass Depressionen eine schwere Erkrankung sind, die jedoch sehr häufig unterschätzt wird.

Das liegt auch daran, dass die Symptome von Depressionen häufig übersehen werden. Sie sind sehr vielseitig und treten bei jedem Patienten unterschiedlich auf. Es ist daher wichtig, nicht nur Betroffene, sondern auch Angehörige für mögliche Anzeichen zu sensibilisieren.

depressionen symptome

1. Schmerzen

Körper und Geist sind untrennbar miteinander verbunden. Das bedeutet, das psychischer Schmerz auch körperlich spürbar ist. Der Körper reagiert auf das, was in unserer Psyche vorgeht. Wenn wir zum Beispiel Angst haben, ist unser Puls erhöht. Schämen wir uns, dann werden wir rot.

Anhaltende Kopf-, Rücken- oder Muskelschmerzen können zum Beispiel auch auf eine Depression hinweisen.

2. Schlafstörungen

Schlafstörungen, Schwierigkeiten beim Ein- oder Durchschlafen können ebenfalls ein Hinweis auf Depressionen sein. Betroffene können dann nicht schlafen, obwohl sie sehr erschöpft sind.

Aber auch zu viel Schlaf kann ein Warnhinweis sein. Wenn es jemandem extrem schwer fällt, morgens aufzustehen und er nur darauf wartet, wieder ins Bett gehen zu können, könnte ein psychisches Problem der Grund sein.

3. Konzentrationsschwierigkeiten

Menschen mit Depressionen sind häufig abgelenkt und können sich schlecht konzentrieren. Denn im Hippocampus, dem Teil des Gehirns, in dem Depressionen entstehen, werden auch Informationen verarbeitet und zu Erinnerungen geformt.

Internationale Studien haben gezeigt, dass dieser Teil des Gehirns bei Menschen, die unter Depressionen leiden, schrumpft. Diese Entdeckung macht noch einmal deutlich, wie wichtig es ist, dass Depressionen nicht unbehandelt bleiben.

4. Reizbarkeit

Depressionen können sich auch in Form von Reizbarkeit, Übellaunigkeit, Überempfindlichkeit, launischem oder mürrischem Verhalten zeigen. Doch es wird selten erkannt, dass diese Verhaltensmuster auch auf eine Depression hindeuten können.

Die meisten Menschen gehen davon aus, dass eine Depression sich in Form von Traurigkeit zeigt. Ist das der Fall, sind sie bereit, Trost zu spenden. Bei einem Menschen jedoch, der durch seinen Launen nur schwer zu ertragen ist, ist das eher selten der Fall.

5. Gewichtsschwankungen

Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust, aber auch Zunahme von Gewicht können Anzeichen einer Depression sein. Studien konnten bisher aber nicht eindeutig belegen, ob eine Gewichtszu- oder Abnahme eine Depression auslöst, oder ob es umgekehrt ist. Wissenschaftler der University of Alabama haben aber nachgewiesen, dass Depressive schneller Gewicht zunehmen als andere.

6. Sozialer Rückzug

Menschen mit Depressionen neigen dazu, sich aus sozialen Aktivitäten zurückzuziehen. Sie versuchen ihren Schmerz alleine zu bewältigen und wollen andere nicht belasten. Allerdings verschlimmert das den Zustand zusätzlich. Denn ohne soziale Anbindung produziert der Körper mehr Stress-Hormone, die die Depression noch verschlimmern.

7. Selbstmedikation

Depressive neigen häufiger zu Suchtverhalten als gesunde Menschen. Dazu gehört verstärkter Alkohol- und Drogenkonsum, aber auch Spielsucht und anderes risikohaftes Verhalten. Jemand der die Nächte durchfeiert und dabei zufrieden wirkt, muss es nicht unbedingt sein.

8. Perfektionismus

Perfektionismus und Depressionen haben eine lange gemeinsame Geschichte. Betroffene glauben, dass sie perfekt sein müssen, um von anderen akzeptiert zu werden. Sie haben Schwierigkeiten, ihre Fehler und Makel zu akzeptieren, was dazu führt, dass sie Versagensängste entwickeln und sich selbst schlecht machen. Ein Teufelskreis, aus dem man kaum ohne professionelle Hilfe herausfinden kann.

9. Extreme Schuldgefühle

Auch Schuld- und Schamgefühle können auf Depressionen hindeuten. Betroffene geben sich selbst für belanglos erscheinende Dinge die Schuld. Sie nehmen die kleinsten Fehler als Beweis, dass sie totale Versager sind. Sie geben sich die Schuld für Dinge, die sie gar nicht beeinflussen können. Wissenschaftler der University of Manchester haben auch einen Grund dafür entdeckt: Extreme Schuldgefühle entstehen, wenn bestimmte Hirnareale nicht gut miteinander kommunizieren. Forscher konnten bei Menschen mit Depressionen Auffälligkeiten in genau diesen Arealen feststellen.

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