LIFESTYLE
28/10/2015 17:56 CET | Aktualisiert 21/01/2018 14:40 CET

Ein Mann will nicht länger für die Hochzeit seiner Stieftochter bezahlen. Der Grund ist herzzerreißend

pojoslaw via Getty Images
Soll er für ihre Hochzeit zahlen?

Seine Stieftochter lebte schon seit 10 Jahren bei ihm und ihrer Mutter. Kurz vor ihrer Hochzeit traf der Stiefvater dann eine schwere Entscheidung, die er auf der Plattform hrtwarming.com erzählt:

„Meine Stieftochter wird am 3. November heiraten. Die Hochzeitsplanung nahm dabei sowohl meine Tochter als auch ihre Mutter die letzten sechs Monate voll in Anspruch (ich sage hier ihre Mutter, weil wir nicht verheiratet sind. Aber wir leben schon seit 10 Jahren zusammen).

Meine Stieftochter schloss letzten Dezember auch ihr Studium an der Universität ab. Ich habe dafür gezahlt, dass sie auf das College gehen kann, und obwohl es eine staatliche Schule war, kostete es immer noch 40 000 Dollar. Sie hat keinen Job und lebte während der College-Zeit bei uns – genauso wie jetzt nach ihrem Abschluss. Ich habe ihr damals auch ein Auto gekauft, damit sie immer zum College fahren kann, nachdem sie mit der Highschool fertig war.

Von Zeit zu Zeit taucht ihr Versager-Vater wieder auf und sie schwänzelt nur noch um ihn herum. Obwohl er nicht einen Cent für ihre Ausbildung ausgegeben oder auch nur Kindergeld gezahlt hat (obwohl das der Fehler meiner Freundin war, da das nicht Teil der Ausgleichszahlung war), liebt sie ihn immer noch und will ihn in ihrem Leben haben. Er bleibt immer lange genug, um ihr das Herz zu brechen, indem er die Stadt wieder verlässt und die Versprechen bricht, die er ihr gemacht hat

In die Hochzeitslocation passen maximal 250 Leute. Ich gab ihnen eine Liste von 20 Leuten, die ich einladen wollte – ihr wisst, da ich ja eh schon das Ganze zahle. Sie sagten mir, es wäre kein Problem und dass sie sich um alles kümmern werden. Also ließ ich diese Leute wissen, dass sie eine Einladung bekommen würden und sich das Datum schon einmal vormerken sollten.

Letzten Samstag traf ich beim Golfkurs einen meiner Freunde, die ich auf diese Liste gesetzt hatte, und fragte ihn, ob er kommen würde. Er sagte mir, er wäre nicht eingeladen. Er hatte eine Ankündigung erhalten, aber keine Einladung. Er holte mir die Ankündigung vom Rücksitz seines Autos (die dort zusammen mit den letzten 6 Monaten Post lag) und zeigte sie mir. Klar, es war nur eine Ankündigung, aber mein Name stand nicht drauf. Es war der Name ihres Vater und ihrer Mutter drauf, aber nicht meiner.

Das führte zu einem heftigen Streit zwischen mir und meiner Freundin, als ich dazu noch herausfand, dass KEINER meiner 20 Freunde es auf die finale Gästeliste „geschafft“ hatte. „250 Leute sind halt ziemlich wenig.“ Ich war angepisst, aber ich konnte nicht viel machen, weil die wichtigen Menschen in meinem Leben schon verletzt wurden. Meine Freundin sagte: „Wenn manche Leute nicht zusagen, dann kann ich noch ein paar deiner Freunde auf die Gästeliste nehmen.“ Aber das ist meiner Meinung nach wie ein Schlag ins Gesicht.“ Ich kochte diesen Samstag vor Wut.

Gestern hatten wir unser sonntägliches Mittagessen mit dem zukünftigen Schwiegersohn und seinen Eltern sowie einem Überraschungsgast, dem „echten Vater“. Bei diesem Essen verkündete meine Stieftochter, das ihr „echter Vater“ bei ihrer Hochzeit anwesend sein werde und dass er sie jetzt „ihrem zukünftigen Ehemann anvertrauen könne“. Das wurde mit einem Chor aus „Oh wie großartig“ und „wie wundervoll“ begrüßt.

Ich denke nicht, dass ich je so wütend war und so respektlos behandelt wurde. Ich zitterte. Ich brauchte ein paar Sekunden, um mich zu sammeln, weil ich ehrlicherweise nicht sicher war, ob ich weinen würde oder ob ich um mich schlagen würde oder beides. Aber sobald ich sicher war, dass ich wieder sprechen konnte, stand ich auf und sagte, dass ich gerne einen Toast sprechen würde. Ich kann mich nicht mehr ganz erinnern was ich genau gesagt habe, aber im Kern war es so:

„Ich würde gerne einen Toast sprechen.“ Der Klang von Löffeln, die sachte gegen Gläser geschlagen wurden, klingelte in meinen Ohren. „Es war mir eine große Freude, die letzten zehn Jahre Teil dieser Familie gewesen zu sein.“ Oh, wie süß. „An diesem Punkt in meinem Leben habe ich das Gefühl, dass ich Braut und Bräutigam Dank schulde, weil sie mir die Augen für etwas sehr Wichtiges geöffnet haben.“ Zufriedene Lächeln wurden ausgetauscht. „Sie haben mir gezeigt, dass meine Position in der Familie nicht so ist, wie ich dachte.“ Und jetzt sieht man Verwirrung und Schock in ihren Gesichtern.

„Obwohl ich mich selbst als Patriarch oder Pate dieser Familie gesehen habe, der Respekt verdient und Hilfe anbietet, wenn sie gebraucht wird, bin ich wohl eher ein Geldautomat, gut genug, wenn man Geld braucht, aber nicht mehr. Da ich als Gastgeber ersetzt wurde, sowohl bei den Einladungen als auch bei der Zeremonie, trete ich auch von meinen finanziellen Pflichten zurück und übergebe sie meinem Nachfolger, dem „echten Vater“. Also ein Hoch auf das glückliche Paar und den Weg, den sie eingeschlagen haben.“ Ich trank mein Glas leer. „Ihr seid entlassen.“

Ist das egoistisch? Ich sollte 40-50 000 Dollar für eine Hochzeit zahlen, für die ich niemanden einladen darf? Eine Hochzeit, bei der ich keine Rolle spielen werde? Ich bin fertig mit dem Scheiß. Ich bin fertig mit meiner Stieftochter und ich bin fertig mit meiner Freundin. Ich habe letzte Nacht das Geld von unserem gemeinsamen Konto abgehoben (sie hat keinen Job, seitdem sie bei mir gewohnt hat).

Heute morgen habe ich alle Anbieter angeschrieben, denen ich wegen der Hochzeit Schecks geschrieben habe, damit sie mir mein Geld zurückzahlen. So wie es aussieht werde ich wegen der Location ungefähr 1500 verlieren, aber die anderen Anbieter haben mit das Geld zurückgezahlt.“

Nun, so kann es kommen, wenn man ein patriarchalisches Weltbild hat. Es gibt aber auch positive, herzerwärmende Geschichten, wie die von einem Brautvater, der eine Hochzeit stoppte, damit auch der Stiefvater die Braut zum Altar führen konnte.

Video: Diese Frau wurde vor der Hochzeit verlassen. Was sie dann tut, ist genial

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