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So hat sich Putins Ukraine-Traum in einen Albtraum verwandelt

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PUTIN UKRAINE
So hat sich Putins Ukraine-Traum in einen Albtraum verwandelt | dpa
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Seit Ende September herrscht Waffenstillstand im Osten der Ukraine. Und der ukrainische Präsident Petro Poroschenko spricht schon von einem „Zustand des Friedens“. Gibt es also Hoffnung auf ein Ende des Konflikts? Darauf, dass Wladimir Putins imperialistischer Traum vom immer noch größeren Russland ausgeträumt ist?

Diese Fakten deuten darauf hin, dass es tatsächlich so kommen könnte:

Das russische Militär stößt an seine Grenzen. Teile des russischen Militärs sind durch den Militäreinsatz in Syrien gebunden, während das ukrainische Militär immer stärker wird – über 40.000 gut ausgerüstete Soldaten sind laut dem Magazin "Foreign Policy" bereit, die Ukraine zu verteidigen.

Eine Eskalation würde Putins politischen Ruin bedeuten. Seit Beginn des Konflikts in der Ukraine streitet der Präsident Russlands militärische Unterstützung der Separatisten vehement ab – nach außen wie nach innen. Wenn er jetzt in die Offensive ginge, würde ihn das auch im Land Glaubwürdigkeit kosten.

Der Konflikt wird Russland zu teuer. Die Kosten häufen sich. Zu den Militärausgaben kommen neue Kosten für die annektierte Krim und immense Verluste durch die Sanktionen des Westens – die Regierung rechnet laut russischen Nachrichtenagenturen mit einem Minus von 3,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in diesem Jahr. Zusätzlich fordert die Ukraine von Russland über 50 Milliarden Dollar wegen der Annexion der Krim und den Schäden im Donbass.

Die Depression auf der Krim zeigt, dass Russland sich übernommen hat. Laut einem Bericht der „Südwestpresse“ bleibt der Tourismus seit der Annexion fast komplett aus. Das Monatseinkommen beträgt real oft nur 150 Euro, die Hälfte des russischen Mindestlohns. Und Armut ist nicht das einzige Problem auf der Halbinsel: Putin-Gegner haben erst im September Lebensmittel-Lieferungen an die arme Halbinsel blockiert. Die wirtschaftliche Lage droht zur humanitären Katastrophe zu werden. Wenn Russland es nicht einmal schafft, die Krim richtig an Russland anzuschließen, wie soll das dann mit der Ukraine funktionieren?

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