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Flüchtlingskrise: Jetzt gibt's Chaos - 5 Dinge, die jetzt passieren werden

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In Slowenien brennen Zelte, Behörden in Österreich warnen vor Flüchtlingsaufständen - und in Deutschland bringen sich rechte Scharfmacher und Schläger in Stellung. Die EU-Staaten müssen die Lage dringend in den Griff bekommen - mit Spannung schauen sie auf das Sondertreffen am Sonntag.

Denn in der Flüchtlingskrise herrscht Chaos. Hier sind 5 Dinge, die jetzt passieren werden.

1. Der Flüchtlingsstrom reißt nicht ab

Die Hoffnung einiger, dass der hereinbrechende Winter den Flüchtingsansturm aufhalten könne, erfüllt sich nicht. Ganz im Gegenteil. Der Zustrom von Flüchtlingen, die von der Türkei aus über die Ägäis in die EU kommen, reißt nicht ab. Die griechischen Behörden befürchten, dass in den nächsten Monaten aus der Türkei noch bis zu 3,7 Millionen Flüchtlinge kommen könnten.

Da Griechenland auf keinen Fall ein riesiges Lager für Flüchtlinge werden will, werden die meisten von ihnen einfach weitergeleitet über die Blakanroute nach Deutschland. Und dort herrschen chaotische Zustände.

2. Balkan-Staaten verlieren die Kontrolle über den Flüchtlingsstrom

Die Balkanroute ist verstopft. Ungarn hat die Grenzen dicht gemacht, Serbien und Kroatien schicken Flüchtlinge einfach weiter. Sie kommen im kleinen Slowenien an, das völlig überfordert ist.

Über die Balkan-Route sind mehr Flüchtlinge denn je unterwegs. Alleine am Mittwoch sollen fast 13.000 Migranten in Slowenien angekommen sein. EU-Weit ein Tagesrekord. Das Land wir förmlich überrannt von Menschen: Von Samstag bis Donnerstagfrüh kamen insgesamt mehr als 34.000 Flüchtlinge an.

Die Hilfsorganisation Care warnte vor einer "dramatischen Verschlechterung der humanitären Lage" auf dem Balkan. Der Nothilfekoordinator Iljitsj Wemerman sagte, er habe an der serbisch-kroatischen Grenze ähnlich schlimme Zustände gesehen wie bei vorangegangenen Einsätzen in Somalia und im Jemen. "Es ist eine Schande, dass sich das hier in Europa abspielt", sagte er.

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3. Zwischen Österreich und Slowenien ist die Lage extrem angespannt

Doch nicht nur in Slowenien, auch in Österreichspitzt sich die Lage sichtlich zu. Behörden bezeichen die Situation an der Grenze als angespannt, immer komme es zu kleineren Aufständen. Das geht aus einem Lagebericht des Wiener Innenressorts hervor, über den “Spiegel Online” berichtet. Es sei nicht auszuschließen, „dass sich dieses Stimmungsbild wellenartig auch an die österreichisch-deutsche Grenze verlagern wird."

4. Die EU schaut hilflos zu

Die EU-Länder müssen die Krise in den Griff bekommen. Dafür müssen sie vor allem den Flüchtlingsstrom durch die Regionen besser organisieren. Länder auf der Balkanroute sind damit derzeit völlig überfordert. Doch wie soll das gehen?

Auf einem Sondertreffen Sonntag soll eine weitere Zuspitzung verhindet werden. Und eine hat bereits den Ton vorgegeben: Kanzlerin Merkel. Sie machte heute bei einem Treffen der europäischen Christsozialen klar, dass die EU seine Außengrenzen besser schützen müsse.

Doch reicht das wirklich? Länder wie Slowenien brauchen dringend finanzielle Hilfe bei der Unterbringung und Registrierung von Flüchtlingen. Und eigentlich bräuchte Europa eine übergreifende Regelung des Flüchtlingsstroms. Doch das scheitert schon im Ansatz. Von 160.000 Flüchtlingen, die die EU auf ihre Mitgliedsstaaten verteilen wollte, sind gerade mal 87 Migranten untergekommen. Das wirkt geradezu lächerlich - und offenbart, wie hilflos die EU der Lage gegenübersteht.

5. Und in Deutschland? Wird die Stimmung aggressiver

Während immer mehr Flüchtlinge nach Deutschland strömen, bringen sich rechte Scharfmacher und Schläger in Stellung. Die AfD gewinnt in Umfragen. Sie liegt bei 7 Prozent, während die CDU mit ihrem humanitären Kurs von Kanzlerin Merkel deutlich verliert.

Noch beängstingender sind die Warnungen des BKA, die Gewalt gegen Flüchtlinge und Flüchtlingshelfer werde in Deutschland zunehmen. Im laufenden Jahr hat es bereits fast 580 Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte gegeben - nach lediglich 198 im gesamten vergangenen Jahr. Justizminister Heiko Maas sagt dazu nur: die "abscheuliche Bilanz" beschämt ganz Deutschland.

Die Gewaltspirale dreht sich - und es ist nur noch eine der Frage der Zeit, bis durch den rechten Terror auch Menschen sterben. Bei einer Razzia in Franken wurden heute etwa kistenweise sprengbares Material aus Osteuropa sowie Waffen sichergestellt: Schusswaffen mit Munition, verbotene pyrotechnische Gegenstände, Baseballschläger, Stichwaffen. Die Rechtsradikalen hätten unter anderem Sprengsätze in zwei Bamberger Unterkünfte für Flüchtlinge werfen wollen, um Angst und Schrecken zu verbreiten, ließ die Staatsanwaltschaft mitteilen.

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