POLITIK
21/10/2015 11:14 CEST | Aktualisiert 21/10/2015 12:15 CEST

Die Zahlenlüge: Warum Merkel die CDU doch nicht zugrunde richtet

AP
Warum Merkel die CDU doch nicht zugrunde richtet

Es ist derzeit überall zu lesen: Angela Merkel richtet mit ihrer Flüchtlingspolitik die Union zu Grunde. Derjenige, der diese These am lautesten in die Welt posaunt, ist der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU).

Nach gleich zwei 37-Prozent-Umfragen für die Union sagte Seehofer der Union eine düstere Zukunft voraus. "Die Union wird weiter abnehmen, CDU und CSU - das geht an beiden nicht spurlos vorüber", warnte er.

Und tatsächlich sinkt die Union in Umfragen seit Wochen. Kaum jemand allerdings spricht darüber, dass das gar nicht an Merkel liegen könnte. Eine Ausnahme war vor kurzem der Chef des Meinungsforschungsinstituts Forsa Manfred Güllner:

"Schuld (an der Krise der Union) hat vor allem Horst Seehofer. Was der Ministerpräsident veranstaltet, ist ein Amoklauf." Seehofer verscheuche die Wähler, indem er den Streit mit Merkel provoziere. "Die Bundeskanzlerin derart anzugreifen, wird von den Wählern nicht honoriert", sagte er.

Jetzt zeigen aktuelle Mitgliederzahlen der CDU, dass das Gerede von der Implosion der Partei völlig übertrieben ist. Zwar hat angesichts der umstrittenen Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel ihre CDU im Spätsommer weiter Mitglieder verloren - es traten allerdings auch mehr neue ein.

Im September gab es 449.735 Mitglieder, wie es am Mittwoch aus der Parteizentrale in Berlin hieß. Im August waren es noch 450.682 gewesen. Insgesamt sei aktuell keine signifikante Veränderung der Mitgliederentwicklung zu beobachten, die seit längerem in ähnlicher Größenordnung rückläufig sei. Die Zahl der realen Austritte, also ohne Todesfälle, stieg von 829 im August auf 1528 im September. Zugleich legte die Zahl der Eintritte in die CDU in diesen beiden Monaten von 606 auf 1135 zu.

Das Fazit: Ja, Merkels Flüchtlingspolitik spaltet die CDU und bringt wohl einige Mitglieder dazu, die Partei zu verlassen. Aber Merkel scheint mit ihrer Politik auch neue Mitglieder in die Partei zu ziehen. Das sind nicht die schlechtesten Nachrichten für die Union - und für Merkel.

Mit Material der dpa

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