LIFESTYLE
20/10/2015 18:06 CEST | Aktualisiert 21/01/2018 14:56 CET

Was geschah, als diese Eltern sich von ihrem toten Baby verabschiedeten, macht Ärzte sprachlos

Als Kate Ogg erfuhr, dass sie schwanger ist, waren sie und ihr Ehemann David überglücklich. Das australische Paar versuchte schon seit Jahren, Kinder zu bekommen – und nun erwarteten sie sogar Zwillinge. Fotos von der Familie seht ihr oben.

Doch dann setzten die Wehen bei Kate schon in der 26. Woche ein.

Die junge Mutter hatte große Angst um ihre Babys. „Es war der schrecklichste Moment in meinem Leben“, erzählt sie in der berührenden Kampagne von Johnson's Baby. Voller Furcht fuhr das Paar ins Krankenhaus. Dort brachte Kate einen Jungen und ein Mädchen zur Welt. Das Mädchen, Emily, war wohlauf. Aber bei dem Jungen kam es zu schwerwiegenden Komplikationen.

Der Arzt setzte sich mit einem Bündel im Arm zu Kate und David.

Er fragte sie: „Habt ihr schon einen Namen für euren Sohn?“ „Ja, Jamie“, antwortete Kate mit klopfendem Herzen. „Nun, Jamie hat es leider nicht geschafft. Wir haben ihn verloren“, sagte der Arzt ernst. Sein Team hatte 20 Minuten lang versucht, das winzige Frühchen wiederzubeleben.

David brach zusammen, doch Kate raffte sich auf. „Ich will ihn halten“, sagte sie und nahm dem Arzt das leblose Baby aus den Armen. Sie drückte ihren winzigen Sohn vorsichtig an sich. Jamie fühlte sich kalt an und sie wollte, dass er wieder warm wurde. Sie wollte, dass er wieder Lebenszeichen von sich gab. Kate sagte zu ihrem Ehemann: „Zieh deinen Pullover aus und komm zu mir ins Bett.“

Sie legte das zarte Baby auf ihre Brust, so dass Jamie ihren Herzschlag hören konnte.

David legte sich neben Kate und umarmte seine Frau und sein Baby. Sie weinten und sie sagten ihrem Sohn, dass er eine Schwester hätte und dass er für sie da sein sollte. „Wir haben Jamie erzählt, dass wir große Pläne für ihn haben. Wir machten ihm Versprechungen. Und es hat geholfen.“

Auf einmal begann Jamie, sich zu bewegen. Kate und David riefen die Krankenschwestern. „Schaut, er bewegt sich, er atmet!“ Aber die Schwestern sagten nur: „Er stirbt. Ihr müsst euch verabschieden.“

So einfach wollte das Paar seinen Sohn nicht aufgeben.

„Wir hielten ihn die ganze Zeit. Wir ließen ihn nicht gehen.“ Und Jamie muss die Liebe seiner Eltern gespürt haben. Er öffnete die Augen und griff nach Davids Finger – mit seinen winzigen Händchen, die gerade einmal Davids Fingerkuppe fassen konnten. „Es war das Wunderbarste, was mir je passiert ist“, erzählt Kate.

„Jetzt wissen wir, dass es die Körperwärme von Vater und Mutter war, die ihn zurückgebracht hat. Wir haben ihm die Zuwendung, Wärme und Zeit gegeben, die er gebraucht hat, um ins Leben zu kommen. Wir ließen ihn nicht mehr los, weil wir wussten, wie wichtig die Körperwärme für ihn war“, sagte Kate.

Das ist nicht nur Kates persönliche Erfahrung.

Auch Unicef rät nach der Geburt zu Hautkontakt mit dem Baby: „Wir wissen, dass Babys nach einer Stunde Hautkontakt deutlich weniger von der Geburtserfahrung gestresst sind. Das heißt, dass ihr Atem und ihr Herzschlag stabiler ist und sie weniger weinen (...).“

So konnten Kate und David doch noch zwei gesunde Babys mit nach Hause nehmen. Jamie und Emily entwickelten sich zu lebhaften Kindern. Sie sind jetzt fünf Jahre alt. „Manchmal kommen sie und streicheln mich und dann denke ich mir, was für ein Glück ich habe“, erzählt Kate.

Ein unglaublich starker Moment: Eine Krankenschwester trifft jedes Baby wieder, das sie gerettet hat


Lesenswert:

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter

blog@huffingtonpost.de.

Hier geht es zurück zur Startseite