POLITIK
20/10/2015 12:13 CEST | Aktualisiert 20/10/2015 13:20 CEST

"Die KZs sind ja leider außer Betrieb": Staatsanwaltschaft schaltet sich nach Pegida-Demo ein (EXKLUSIV)

Knapp eine halbe Stunde dauerte die Hass-Rede des deutsch-türkischen Schriftstellers Akif Pirinçci bei der gestrigen Pegida-Demonstration. Über 10.000 Menschen hörten zu, wie er etwa die Grünen als "Kinderfickerpartei" bezeichnete.

Manche von ihnen skandierten „Widerstand, Widerstand“, andere sollen begeistert geklatscht haben. Nun wird sich wohl auch die Justiz mit den mit wüsten Schmähungen gespickten rhetorischen Ergüssen des rechten Skandal-Autors beschäftigen.

Denn Pirinçci sagte bei seiner Rede Medienberichten zufolge: "Offenkundig scheint man bei der Macht die Angst und den Respekt vor dem eigenen Volk soweit abgelegt zu haben, dass man ihm schulterzuckend die Ausreise empfehlen kann, wenn es gefälligst nicht pariert.“ Um dann richtig nachzulegen: "Es gäbe natürlich andere Alternativen. Aber die KZs sind ja leider außer Betrieb." Diese Aussage war allerdings nicht auf Flüchtlinge bezogen, sondern auf den Umgang der Politiker mit Menschen, die anderer Meinung sind als sie.

Ein Pegida-Gegner hat nun nach eigner Aussage trotzdem Anzeige wegen Volksverhetzung gestellt, wie er bei Twitter schrieb:

Bei der Staatsanwaltschaft Dresden heißt es auf Anfrage, mittlerweile sei eine Anzeige bei der Polizei eingegangen. Der Oberstaatsanwalt Lorenz Haase sagte im Gespräch mit der „Huffington Post“: "Wir prüfen jetzt genau, ob der Anfangsverdacht einer Straftat vorliegt." Unabhängig vom in der Anzeige vorgebrachten Vorwurf der Volksverhetzung prüfe die Staatsanwaltschaft nun zudem, ob auch andere Straftatbestände erfüllt sein könnten. Man müsse jedoch erst einmal genau prüfen, was auf der Demonstration tatsächlich passiert sei.

Pirinçci wusste offenbar schon vorab, dass seine Rede für Ärger sorgen könnte. Am Sonntag postete er auf seinem Blog: „Ach, Herr Staatsanwalt, bitte immer den Gesamtzusammenhang sehen und sich keine Wort-Rosinen rauspicken. So doof bin ich nämlich auch nicht.“

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