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18/10/2015 17:31 CEST | Aktualisiert 18/10/2015 18:07 CEST

"Habe niemandem Geld zukommen lassen": Beckenbauer dementiert "Spiegel"-Vorwurf

dpa

Die Macher des Sommermärchens 2006 wehren sich energisch gegen die Korruptionsvorwürfe im Zusammenhang mit der Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft vor neun Jahren in Deutschland.

Franz Beckenbauer hat sich nun erstmals zu den "Spiegel"-Vorwürfen geäußert. Er dementierte einen angeblichen Stimmenkauf. In einem Statement erklärte der 70-Jährige:

"Ich habe niemandem Geld zukommen lassen, um Stimmen für die Vergabe der Fußballweltmeisterschaft 2006 nach Deutschland zu akquirieren. Und ich bin sicher, dass dies auch kein anderes Mitglied des Bewerbungskomitees getan hat"

Beckenbauer war der damalige Chef des Bewerbungs- und des Organisationskomitees der WM in Deutschland. Auch DFB-Präsident Wolfgang Niersbach dementierte die Vorwürfe. Er sagte gestern:

"Das kann ich absolut und kategorisch ausschließen. Ich kann versichern, dass es im Zusammenhang mit der Bewerbung und Vergabe der WM 2006 definitiv keine Schwarzen Kassen beim DFB, dem Bewerbungskomitee noch dem späteren Organisationskomitee gegeben hat"

Es habe auch keinen Stimmenkauf gegeben, versicherte Niersbach - damals einer der Stellvertreter von OK-Chef Franz Beckenbauer - in einem Interview auf der Verbandsseite. "Ganz sicher nicht. Das kann ich allen Fußball-Fans versichern", sagte der DFB-Chef und ergänzte: "Nochmal: die WM war nicht gekauft."

Auch Fedor Radmann als früherer Vizepräsident des Organisationskomitees wies den Vorwurf des Stimmenkaufs mit Nachdruck zurück. "Das Bewerbungskomitee hat niemals irgendjemanden bestochen. Ich bin bereit, dies sogar zu beeiden. Wir haben keine Stimmen gekauft", sagte Radmann am Samstag dem TV-Sender Sky Sport News HD.

Aus der Politik gab es am Samstag den Ruf nach schneller Aufklärung. Außenminister Frank-Walter Steinmeier erklärte bei einem Besuch im Iran, er könne dem DFB "nur raten, jetzt schnellstmöglich Untersuchungen einzuleiten und die offenen Fragen zu klären". Steinmeier betonte zudem: "Das ist im Interesse des Sports und des Fußballs. Aber das ist auch unser gemeinsames Interesse, dass da nichts hängen bleibt."

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So soll das Sommermärchen vom DFB gekauft worden sein, FOL. 17.10.15