POLITIK
17/10/2015 17:13 CEST | Aktualisiert 17/10/2015 17:13 CEST

Sachsen-Anhalt will hunderte Flüchtlinge ins Gefängnis stecken

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Es klingt wie ein schlechter Scherz. Doch angesichts des schieren Mangels an Flüchtlingsunterkünften erwägt Sachsen-Anhalt eine radikale Maßnahme.

Die Landesregierung überlegt, Flüchtlinge künftig auch in ehemaligen Gefängnissen unterzubringen. Es gebe kein Gebäude, das derzeit nicht geprüft werde, sagte Finanzminister Jens Bullerjahn am Samstag am Rande des Programmparteitages der SPD in Leuna. "Ich mache bei der Prüfung keinen Unterschied zwischen einer Justizvollzugsanstalt und einem Baumarkt."

Zuvor hatte die "Mitteldeutsche Zeitung" (Samstag) berichtet, dass die kürzlich geschlossene Justizvollzugsanstalt (JVA) in Dessau-Roßlau als Asylunterkunft näher untersucht werde. Dort könnten sofort bis zu 180 Flüchtlinge einziehen.

Das Gebäude werde wegen des noch existierenden offenen Vollzugs beheizt und mit Wasser versorgt. Dort könnten allerdings nur männliche Flüchtlinge einquartiert werden, weil man nicht nach Geschlechtern sortieren kann. Das Kabinett will am Dienstag über eine ganze Liste von möglichen Objekten beraten und entscheiden.

Hintergrund der Prüfungen ist die erneut nach oben korrigierte Prognose zur Zahl ankommender Flüchtlinge. Inzwischen rechnet die schwarz-rote Landesregierung mit mindestens 40 000 von ihnen in diesem Jahr. Zuvor war sie von 10 000 weniger ausgegangen. Im gesamten Vorjahr waren 6618 Asylbewerber nach Sachsen-Anhalt gekommen.

So soll das Sommermärchen vom DFB gekauft worden sein, FOL. 17.10.15

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