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09/10/2015 06:37 CEST | Aktualisiert 09/10/2015 06:39 CEST

Warum der Fußball-Weltmeister gestern seinen peinlichsten Auftritt hatte

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Joachim Löw beim Qualifikationsspiel gegen Irland

Blaues Wunder auf der Grünen Insel! Nach einer maßlos enttäuschenden Vorstellung und der ersten Pflichtspielniederlage gegen Irland hat die deutsche Fußball-Nationalmannschaft die vorzeitige Qualifikation für die EM 2016 verpasst.

Der Fußball-Weltmeister muss jetzt nachsitzen. Das Ticket für die nächste Titelmission im kommenden Sommer in Frankreich muss die Auswahl von Bundestrainer Joachim Löw nach dem blamablen 0:1 (0:0) gegen die Iren nun am Sonntag in Leipzig gegen Georgien buchen. Durch das Remis von Schottland gegen Polen reicht ein Zähler, um den Fehltritt von Dublin zu korrigieren.

Deutschland verlor gegen den Fußball-Zwerg Irland. Der gerade erst eingewechselte Shane Long (70.) besiegelte mit seinem Tor vor 50.604 enthusiastischen Zuschauern die erste Niederlage einer DFB-Auswahl in Irland seit 59 Jahren - auch damals als amtierender Weltmeister. Für die aktuellen Champions war es die erste Niederlage seit acht Partien - wie schon beim 1:1 im Hinspiel vor einem Jahr hatte die Löw-Auswahl kein Rezept, den Abwehrriegel zu knacken.

Löw war zerknirscht. "Das war eine unerwartete und völlig unnötige Niederlage. Wir hatten viele Möglichkeiten, ein Tor zu erzielen. Aus unserer Feldüberlegenheit haben wir aber nichts gemacht. Wir machen einen einzigen Fehler, der zum Tor führt", monierte der Bundestrainer.

Das Gegentor wurmte Löw mächtig. "Wir müssen bei so einem Gegner ein Tor erzielen und dürfen keinen Fehler machen. Irland spielt 100 lange Bälle. 99 Mal haben wir alles richtig gemacht. Einmal nicht", sagte der Bundestrainer.

Generell wurden Löws Vorgaben nicht ausreichend umgesetzt. "Wir waren überlegen, aber wir haben aus der Dominanz nichts gemacht. Wir haben ein bisschen zu pomadig, zu langsam gespielt. Das war dann im Laufe des Spiels manchmal zu wenig", sagte Löw.

Mats Hummels ergänzte: "Es ist das passiert, was gegen solche Mannschaften passieren kann. Irland hat aus wenig viel gemacht. Wir wissen, dass es nochmal spannend werden kann. Ich hoffe, dass wir das Spiel gegen Georgien dominant gestalten können und die Qualifikation ungefährdet klar machen." Der BVB-Verteidiger gestand seinen Fehler beim Gegentor ein: "Ich schalte da zu spät."

Gegen Georgien muss es nun besser laufen. Sonst wird es ein böses Erwachen geben. Thomas Müller blieb aber gelassen: "Wir brauchen uns nicht extrem unter Druck zu setzen. Wir wissen, was wir können."

Beim Spiel am Sonntag muss der Bundestrainer ohne Mario Götze auskommen. Der muss wegen seiner Aduktorenverletzung eventuell sogar längerfristig pausiere. Fraglich ist erneut ein Einsatz von Kapitän Bastian Schweinsteiger, der schon in Dublin wegen Leistenproblemen auf Anraten der Ärzte nicht spielte. "Es wird absolut eng bis Sonntag. Im Moment sieht es eher so aus, als könnte er nicht spielen", sagte Löw.

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