POLITIK
07/10/2015 13:36 CEST | Aktualisiert 14/10/2015 12:43 CEST

Unglaublicher Titel beim "Tagesspiegel": Hitler zum Chef der Flüchtlingskrise erklärt

Beim ersten Blick in den Berliner "Tagesspiegel" dürfte an diesem Mittwoch einigen Lesern die Kaffeetasse aus der Hand gefallen sein.

In der aktuellen Ausgabe zeigt die Berliner Regionalzeitung über der Schlagzeile "Flüchtlingskrise wird Chefsache" ein Foto von Adolf Hitler. Genauer gesagt, ein Bild von Hitler-Darsteller Oliver Masucci, der mit der Satire "Er ist wieder da" ab Donnerstag in den Kinos zu sehen sein wird.

Für den Film ist es die beste Werbung aller Zeiten, keine Frage.

Extrem peinlich für den "Tagesspiegel"

Für den Tagesspiegel ist es vor allem extrem peinlich. Denn der Aufmacher wird mit großer Sicherheit in die Hitliste der größten Titelseiten-Fails aller Zeiten eingehen.

Für ein Medium, dass sich so sehr zur Speerspitze des Qualitätsjournalismus zählt, ist ein solcher Titel ein Tiefschlag.

"Tagesspiegel"-Mitherausgeber Sebastian Turner hat da übrigens eine klare Meinung: Qualitätsmedien "bieten die beste Qualität, genießen das höchste Vertrauen und erreichen die anspruchsvollsten Leser – die Leitmilieus unserer Gesellschaft und damit auch die Leitmilieus von Marken und Produkten."

Eines ist dem Tagesspiegel damit gelungen: Die Leitmilieus waren amüsiert.

Denn die Ausgabe erscheint just in dem Moment, in dem die Debatte über die Flüchtlingskrise in Deutschland zu kippen droht.

Gestern erst hat Kanzlerin Merkel ihren Innenminister entmachtet, indem sie Kanzleramtsminister Peter Altmaier zum Chef in allen Flüchtlingsfragen macht. So sollen die vielen ungelösten Probleme endlich gelöst werden.

Die Leser und User spotten

Kein Wunder also, dass sich das halbe Netz über Hitlers überraschendes Comeback totlacht.

Sie schreiben "Layout ist ja auch Chefsache" in Anspielung auf die Zeile, oder sie fragen sich, ob die Praktikantenstelle im Layout jetzt wieder vakant sei.

Die Entschuldigung der Redaktion reicht so nicht

Immerhin entschuldigte sich das Blatt ein wenig lapidar via Facebook mit: "Mist, nicht richtig aufgepasst. Tut uns Leid."


Ob das reicht? Nein.

Klar ist: Auch so kann man als Medium Öffentlichkeit gewinnen.

Und ebenso klar: Die Flüchtlingspolitik überlassen wir derweil besser doch Merkel und Altmaier.

PS: Auch ein anderes Leitmedium hatte kürzlich wenig Geschick beim Layout bewiesen:

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200 Menschen aus Deutschland, darunter Politiker, Schauspieler, Musiker, Studenten und andere Menschen haben in der Huffington Post ein wichtiges Zeichen gesetzt: Sie haben den Flüchtlingen in Deutschland zugerufen: "Willkommen, gut, dass ihr hier seid, weil..."

Seit dieser Aktion erreichen uns täglich weitere Dutzende Beiträge zu diesem Thema. Wenn Sie sich an der Diskussion mit einem eigenen Artikel beteiligen wollen, schreiben Sie an blog@huffingtonpost.de.

Es ist Zeit, dass wir in Deutschland ein Zeichen setzen. FÜR Weltoffenheit, FÜR Toleranz und FÜR Menschen in Not

Endlich! Angela Merkel findet die Lösung für die Flüchtlingskrise

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