POLITIK
05/10/2015 11:58 CEST | Aktualisiert 05/10/2015 12:35 CEST

Pegida-Demonstranten bilden in Sachsen "menschliche Grenze"

Es sind Bilder, die das gerade gewachsene Bild vom offenen, toleranten Deutschland zu zerstören drohen: Im sächsischen Ort Sebnitz, direkt an der Grenze zu Tschechien gelegen, versammelten sich am Sonntag 2500 Menschen zu einer Demonstration. Die Botschaft der Kundgebung war unmissverständlich. Und geradezu eklig.

Unkontrollierte Einreise?

Die Teilnehmer formierten sich zu einer "lebenden Grenze". Mit diesem Wall aus Menschen wollten sie symbolisch Flüchtlinge aufhalten, die angeblich unkontrolliert nach Deutschland einreisen.

Keine Überraschung: Organisiert hatten die Demonstration Köpfe aus dem Umfeld der rechtspopulistischen Bewegung Pegida, wie die "Welt" berichtet. Zuletzt war von den rechten Einpeitschern und dem Spuk, den sie in Deutschland verbreiteten, nicht mehr viel zu hören. Diese Aktion zeigt allerdings, dass man die Stimmungsmacher weiter auf dem Schirm behalten muss.

Lob von rechter Seite

Sehr wohl überraschend ist allerdings, wie erfolgreich mehrere Kundgebungen derselben Art aus Sicht der Veranstalter verliefen: In Plauen im Vogtland kamen 5000 Menschen zusammen. Am Samstag versammelten sich in Chemnitz und Görlitz jeweils 1000 Demonstranten. Auch hier wurde nicht an Pathos gespart: Die Demos liefen etwa unter den Mottos "Wir sind Deutschland" und "Görlitz wehrt sich".

Höhepunkt der Aktionen war die Demonstration an der tschechischen Grenze. Der rechtspopulistische Publizist Jürgen Elsässer feierte die Versammlung in einem Blogbeitrag als Signal gegen den "Zustrom von Asylbetrügern". Eine üble Hetze, nachdem Unbekannte am Wochenende erneut einen Brandanschlag gegen ein Flüchtlingsheim in Thüringen begangen hatten.

Lesenswert:

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200 Menschen aus Deutschland, darunter Politiker, Schauspieler, Musiker, Studenten und andere Menschen haben in der Huffington Post ein wichtiges Zeichen gesetzt: Sie haben den Flüchtlingen in Deutschland zugerufen: "Willkommen, gut, dass ihr hier seid, weil..."

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