Ärger bei den Fast-Food-Riesen: 6 Gründe, warum immer mehr Kunden bei McDonald's ausrasten

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Sie nennen die Mitarbeiter “Schlampe” und "Wichser", halten ihnen den Mittelfinger ins Gesicht, schütten absichtlich ihre Cola auf die Theke - McDonald’s und andere Fast-Food-Läden beklagen sich über wachsende Aggression ihrer Kunden - deutschlandweit.

"Die Gewaltbereitschaft der Gäste steigt”, sagte McDonald’s-Angestellter aus Frankfurt der “Süddeutschen Zeitung”. “Es kommt drei- bis fünfmal die Woche vor, dass die Kunden einen wegen Kleinigkeiten zur Sau machen." Die Filiale ist offenbar kein Einzelfall. Auch Mitarbeiter von Burger King berichten, Gäste würden zunehmend ausfällig und pöbelten die Angestellten an.

Gründe dafür gibt es einige:

1. Die Positionierung der Läden: Filialen von Fast-Food-Ketten sind oft an Orten, an denen die Menschen besonders ungeduldig sind, wie Bahnhöfe oder Flughäfen.

2. Außerdem sind sie nachts ein beliebter Anlaufpunkt für Gruppen, die betrunken auf dem Heimweg sind. Der erhöhte Alkoholpegel sorgt tendenziell ohnehin für ein höheres Aggressionspotential der Kunden.

3. Viele Angestellten sind nicht darauf trainiert, schnell und effizient zu arbeiten. "Die Mitarbeiter sind oft befristet beschäftigt. Nach einer Weile werden sie entlassen und für sie günstigere Kräfte eingestellt. Das Personal ist einfach weniger geübt”, sagte Guido Zeitler, Referatsleiter Gastronomie bei der Gewerkschaft NGG, der “Süddeutschen Zeitung”.

4. Das Personal steht unter enormem Druck. Viele ehemalige Fast-Food-Mitarbeiter berichten davon, dass sie kaum Zeit haben, mit den Kunden über Missverstädnisse zu reden. Alles muss möglichst schnell gehen.

5. Die Ansprüche der Kunden sind gestiegen. "Seitdem Konsumenten im Internet schnell Dinge bestellen können, möchten sie überhaupt nicht mehr warten”, erklärt Zeitler. Kunden fühlten sich mächtiger, seit sie ihre Kritik ungehindert zum Beispiel auf Facebook loswerden können.

6. Den Mitarbeitern fällt es schwer sich zu wehren. "Mir ist schon bei meiner Ausbildung bei Burger King beigebracht worden, dass man es erträgt, wenn ein Gast herumschreit", sagte ein jetziger McDonald’s-Mitarbeiter gegenüber der Zeitung. Und Zeitler bestätigt: “Der Gast gilt als König.” Meist würden die Angestellten mit dem Zorn und den Pöbeleien der Kunden alleine gelassen.

Dass gerade McDonald’s und Burger King zurückhaltend sind, wenn es um die Erwiderung auf derartige Angriffe von Kunden geht, ist verständlich. Schließlich haben beide Ketten schon seit Längerem mit einem Image-Verlust zu kämpfen.

Sicherlich haben sie Angst, durch zu viel Erwiderung noch mehr Kunden zu verlieren. Und das wäre für die Fast-Food-Riesen fatal - müssen sie sich ja schon jetzt gegen aufkommende Ketten wie Hans im Glück zur Wehr setzen.

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