POLITIK
02/10/2015 08:24 CEST | Aktualisiert 02/10/2015 11:41 CEST

Sorge der Deutschen wegen Flüchtlingskrise steigt rasant

dpa

Die Hälfte der Deutschen hat wegen des Zustroms der Flüchtlinge Angst. Im aktuellen ARD-"Deutschlandtrend" sagten das 51 Prozent der Befragten - vor drei Wochen zuvor waren es erst 38 Prozent gewesen. Das Institut Infratest dimap befragte im Auftrag der ARD Anfang dieser Woche 1001 Menschen. 39 Prozent sagten, sie hätten Sorge, dass die große Zahl den Wohlstand bedrohe.

Besonders große Angst haben die Ostdeutschen und Menschen mit geringem Bildungsniveau. Im Osten äußerten 59 Prozent ihre Sorge, im Westen 48 Prozent. Hauptschulabsolventen hatten zu 63 Prozent Angst, Befragte mit Abitur zu 33 Prozent.

Diese Angst manifestiert sich auch in Abertausenden Briefen an Angela Merkel. Wie die "Bild"-Zeitung am Freitag berichtet, gingen im Kanzleramt seit September mehr als 35.000 Eingaben von Bürgern in Form von Briefen und E-Mails ein, in der Kritik an der Flüchtlingskrise geäußert wurde.

Das Thema Asyl scheint auch die Umfragewerte der Kanzlerin beschädigt zu haben. Laut "Deutschlandtrend" sank die Zufriedenheit der Befragten mit Merkels Arbeit auf den niedrigsten Wert seit 2011, auf 54 Prozent. CSU-Chef Horst Seehofer, dem die Opposition zuweilen Populismus in der Krise vorwirft, kam auf 39 Prozent Zustimmung, seinem besten Wert seit mehr als einem Jahr.

Aus den Angaben nun generelle Ausländerfeindlichkeit zu lesen, griffe allerdings zu kurz. 58 Prozent der befragten waren der Meinung, dass Flüchtlinge auf dem Arbeitsmarkt gebraucht würden 47 Prozent gaben an, dass sie Flüchtlinge als Bereicherung für das Leben in Deutschland empfinden.

SPD-Vize Thorsten Schäfer-Gümbel äußert Verständnis für die zunehmenden Sorgen der Deutschen. "Es ist keine Schande, zu fragen, ob und wie wir das schaffen", sagte er im Interview mit der Huffington Post. Man dürfe sich fragen, "wie wir die Menschen unterbringen, wie wir sie integrieren".

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