LIFESTYLE
29/09/2015 17:24 CEST

8 Dinge, die du nicht zu einer Kaiserschnitt-Mama sagen solltest

Wenn Kaiserschnitt-Mamas eines nicht mehr hören können, dann sind das blöde Sprüche über ihren vermeintlich einfachen Weg, ihr Kind auf die Welt zu bringen.

Manchmal geht es sogar so weit, dass Kaiserschnitt-Mütter diskriminiert werden, weil sie keine natürliche Geburt durchgestanden haben. Alles Unsinn, finden wir, denn jede Form der Geburt ist ein kleines Wunder.

Deshalb solltet ihr diese 8 Dinge besser nicht zu einer Kaiserschnitt-Mama sagen:

1. „Du hast doch nur Angst vor den Schmerzen“

Angst vor Geburtsschmerzen hat jede Frau. Und auch Kaiserschnitt-Mamas haben Schmerzen.

Sie müssen mit den Folgen der Operation kämpfen. Zwar ist der Kaiserschnitt aufgrund der Narkose schmerzfrei, viele Frauen wissen jedoch nicht, dass bei einem Kaiserschnitt vor allem mit Folgeschmerzen zu rechnen ist, die in Heftigkeit und Dauer oft nicht abschätzbar sind.

Nach einer Operation müssen sie mit tagelanger Bettruhe rechnen. Viele Kaiserschnitt-Mamas berichten davon, dass es Wochen dauern kann, bis die Bauchmuskeln soweit erholt sind, dass sie selbstständig aufstehen und laufen können. Was Mütter mit natürlichen Geburten während der Geburt durchmachen, ertragen Kaiserschnitt-Mamas in den Wochen danach.

2. „Weißt du eigentlich, wie gefährlich ein Kaiserschnitt sein kann?“

Jede Frau, die sich für einen Kaiserschnitt entscheidet, hat einen Grund dafür. Niemand trifft eine solche Entscheidung leichtfertig - genau das impliziert diese Frage aber.

Ja, ein Kaiserschnitt birgt - genau wie eine natürliche Geburt - Risiken. Geht davon aus, dass die werdende Mutter sich der Tatsache bewusst ist. Genau wie du will sie nur das beste für ihr Kind. Und was das ist, kann niemand besser einschätzen als sie selbst in Absprache mit ihrem Arzt.

3. „Du wirst für immer eine Narbe auf dem Bauch behalten“

Die Narbe, die nach einem Kaiserschnitt bleibt, sollte nicht als hässlich bezeichnet werden. Denn sie kann eine wunderschöne Erinnerung sein. Wie im Fall der Mutter, die sich von Helen Aller fotografieren ließ, um "zu zeigen, dass ihre größte Angst damit endete, dass beide Leben gerettet wurden".

Das Bild löste eine weltweite Diskussion aus und begeisterte Menschen rund um den Globus.

csection

4. "Frauen haben Jahrtausende lang ihre Babys auf natürliche Weise bekommen"

Ein Satz, der in seiner Rückständigkeit kaum zu übertreffen ist. Mütter profitieren weltweit von den Vorteilen, die unsere fortschrittliche Medizin und Technik bieten. Warum sollten Mütter also die Gesundheit ihrer Kinder und ihre eigene aufs Spiel setzen, wenn es eine für sie bessere Alternative gibt?

Außerdem besteht immer die Möglichkeit, dass eine natürliche Geburt aus gesundheitlichen Gründen risikoreicher ist als ein Kaiserschnitt.

5. "Machst du es dir nicht ein bisschen leicht?"

kaiserschnitt

Leicht? Alleine und verängstigt auf einem kalten OP-Tisch zu liegen und darauf zu warten, dass dich jemand aufschneidet, deine Organe zur Seite schiebt und dann dein Baby durch den schmalen Schnitt zerrt? Mag ja sein, dass die Schmerzen im Moment der Geburt nicht vorhanden sind - das macht einen Kaiserschnitt aber immer noch nicht LEICHT.

6. "Wenigstens musst du keine Wehen ertragen."

Das trifft nur auf Frauen zu, die sich früh für einen Kaiserschnitt entscheiden. Bei vielen fällt die Entscheidung erst nach stundenlangen Wehen, wenn das Kind sich einfach nicht drehen will oder andere Komplikationen auftreten und die Ärzte das Risiko für Mutter und Kind nicht länger eingehen wollen.

7. „Eigentlich hast du nie wirklich ein Baby geboren“

kaiserschnitt

Ein Satz, der viele Kaiserschnitt-Mütter verletzt. Damit hetzt zumindest eine Anti-Kaiserschnitt-Facebookgruppe. Sie sind der Meinung, dass nur eine natürliche Geburt, eine echte sei. "Zeige den überlegenen Frauen Respekt, die das Zeug dazu hatten, den Job zu erledigen", steht dort unter anderem.

Das ist nicht nur furchtbar verletzend, sondern auch ziemlich kurzsichtig. Leben zu schenken sollte nicht davon abhängen, wie es passiert ist.

8. „Du wirst bestimmt trotzdem eine gute Mama“

Trotzdem? Was heißt denn hier trotzdem? Mütter, deren Kinder per Operation zur Welt gekommen sind, lieben ihre Kinder genauso wie alle anderen. Und das ist das einzige, das etwas über die Qualität einer Mutter aussagt.


Lesenswert:

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter

blog@huffingtonpost.de.

Video:Rückbesinnung oder gefährlicher Rückschritt? Dieses Video einer Geburt in freier Natur löst heftige Diskussion aus

Die schrägen Kindernamen der Promis

Hier geht es zurück zur Startseite

Gesponsert von Knappschaft