POLITIK
28/09/2015 12:30 CEST | Aktualisiert 28/09/2015 13:11 CEST

CDU-Vize Julia Klöckner fordert Flüchtlinge zur Anpassung auf

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CDU-Vizevorsitzende Julia Klöckner

Über 230.000 Menschen sind mit der Flüchtlingswelle seit Jahresbeginn nach Deutschland gekommen. Das Land steht vor einer gigantischen Anstrengung: Die Neuankömmlinge in die Gesellschaft integrieren, gleichzeitig ihre Kultur respektieren.

Die stellvertretende Vorsitzende der Bundes-CDU, Julia Klöckner, fordert nun die Flüchtlinge zur Anpassung auf: "Nicht das liberale Deutschland muss sich ändern, sondern manche Zuwanderer", sagte die Politikerin im Interview mit der "Bild".

Dazu präsentiert Klöckner Vorschläge. Vier Forderungen der CDU-Politikerin, wie Integration klappen soll:

1. Aufklärung über Gleichberechtigung

Was manche Flüchtlinge Klöckner zufolge lernen sollen: Berufstätige Frauen seien genauso sehr "Respektspersonen" wie Männer an der gleichen Position. "Das muss jeder Junge und Mann wissen." Daran werde sich auch nichts ändern, um Männern "mit einem mittelalterlichen Rollenbild" bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu ermöglichen.

Ein Vorfall aus der jüngeren Zeit könnte Anlass für Klöckners Vorstoß sein: In einem Flüchtlingsheim hatte sich ein Imam geweigert, ihre Hand zu schütteln, weil sie eine Frau ist. Das Denken, nach dem Frauen minderwertig seien, "können wir nicht hinnehmen", sagte die 42-Jährige.

2. Verfassungstreue verlangen

Religion sei wichtig, dürfe jedoch nicht über dem Grundgesetz stehen, sagte die Politikerin. Dieses sei "kein Bauchladen, aus dem man sich einzelne Rosinen picken kann".

Klöckner fordert, dass sich Flüchtlinge stattdessen zum deutschen Rechtsstaat und zu "unserer Verfassungskultur bekennen".

3. Sprachkurse zur Pflicht machen

Auch Sprachkurse sollten "Verpflichtung" sein - und "nicht nur ein Angebote zur Güte". Deutsch zu lernen sei für die Neuankömmlinge auch mit der Integration in den Arbeitsmarkt verbunden, zudem mit dem Lernen westlicher Werte. "Aufklärung und Sprache sind der Schlüssel zum Erfolg", sagte Klöckner.

4. Strafen für Integrationsverweigerer

Wer bei den Maßnahmen zur Integration nicht mitmache, müsse mit Konsequenzen rechnen. Vorbild solle der Umgang mit Hart-IV-Empfängern sein: Verweigern diese sich, werden ihnen Hilfsleistungen gekürzt. Dieses Prinzip solle auch für Flüchtlinge gelten, die staatliche Leistungen erhalten: "Es braucht zwei Hände, nicht nur eine, die aktiv ist."

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