POLITIK
27/09/2015 17:54 CEST | Aktualisiert 28/09/2015 10:53 CEST

Mit 10 Jahren floh sie vor der Zwangsheirat. Jetzt hat sie eine wichtige Botschaft an die Welt

Nada Al-Ahdal sollte mit 10 Jahren an einen 26-Jährigen Mann verheiratet werden. Ihre Eltern sagten ihr, dass es „ein Spiel sei“. Eine Woche vor ihrer Zwangsheirat floh sie zu ihrem Onkel.

In einer Debatte auf dem israelisch-amerikanischen Sender „Memri TV“ zum Thema „Heirat von Kindern“ sprach die jetzt 11-jährige Nada offen über ihre geplatzte Zwangsheirat: „Ich bin nicht nur deswegen weggerannt, weil sie mich zwingen wollten zu heiraten, sondern vor allem wegen der Unwissenheit und weil ich weiterhin in der Schule lernen möchte.“

Auch wenn ihre Eltern ihr die Ehe schmackhaft machen wollten, wusste Nada ganz genau, was verheiratet sein für sie bedeutet hätte: „Es macht dich zu einem Sklaven und lastet dir eine Bürde auf, die du nicht tragen kannst.“

„Sonst wäre es das Ende meines Lebens gewesen.“ Die Entscheidung, vor der Heirat zu fliehen, traf sie ganz allein. Sie war nach eigener Aussage entschlossen, so lange um Hilfe zu fragen, bis sie welche finden würde. Glücklicherweise nahm ihr Onkel sie ohne Weiteres auf und beschützte sie so vor dem Schicksal, das auch ihren beiden zwölf und 14 Jahre alten Schwestern bald zu teil werden soll.

Im zweiten Teil der Debatte kommt ein über Video zugeschalteter ägyptischer Geistlicher zu Wort. Dieser versucht die Zwangsheirat so zu erklären: Es sei ein akzeptiertes muslimisches Gesetz, dass ein Vater seine Tochter ab ihrer Geburt verheiraten könne und sie und ihr zukünftiger Gatte sich so lange versprochen blieben, bis die Frau dazu bereit sei, die Hochzeit zu „vollenden“.

„Wie kannst man jemals sagen, ob sie darunter leidet oder nicht?“, hakt der Talkshow-Master nach. Die Antwort des Klerikers: Es würde von ihrem Körper abhängen und davon, was ihre Mütter und Tanten sagen. Sie „würden von ihr erfahren, ob sie es ertragen kann oder nicht.“

Nada lässt sich von diesen Worten nicht beeindrucken, sondern hat zum Abschluss einen starken Appell an die Männer der arabischen Welt:

„Ich hoffe, dass alle Mädchen, das machen, was ich getan habe.“ Nada hofft, dass es bald eine Organisation gibt, die Mädchen hilft, einer Zwangsheirat zu entkommen.

Im Video oben seht ihr Nada Al-Ahdals mutigen TV-Auftritt

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