POLITIK
27/09/2015 12:03 CEST | Aktualisiert 27/09/2015 14:03 CEST

#Hungerstreik: der neue rechte Internettrend

Facebook/Sandra K.
Sandra Ks Facebook Post sorgte für einige Aufmerksamkeit

„Gegen ‚echte’ Flüchtlinge habe ich nichts, aber diese Wirtschaftsflüchtlinge, die sind Abschaum und wollen sich nur auf unsere Kosten bereichern.“ So oder ähnlich äußerten sich in den letzten Monaten viele Asylgegner. Jetzt scheint es so als hätten sie ein neues Ventil für ihre Wut gefunden.

Was macht man, wenn man seine absurden Forderungen durchsetzen möchte? Richtig, man tritt in den Hungerstreik. Das schien sich zumindest Sandra K. zu denken, die mit einem Facebook-Post für viel Aufmerksamkeit sorgte. Auf dem mittlerweile gelöschten Foto hält sie ein Karton-Schild mit folgender Aussage hoch:

sandra k

„Hungerstreik! Hiermit fordere ich für meine Tochter und für mich auch 2000€ Netto Taschengeld! Auch wir haben keine Zeit mehr und wollen ein schönes und sorgenfreies Leben!“

Die Reaktionen auf diese Aktion sind gemischt. Während sich einige Nachahmer mit eigenen Forderungen erhoben und vom rechten Spektrum viel Beifall kam, amüsierten sich andere Facebook-Nutzer und Internetseiten über diesen Post.

Hier ein Beispiel der Nachahmer:

hungerstreik

Der Hintergrund zu Sandras Foto: Sie bezieht sich anscheinend auf einen angedrohten Hungerstreik von Flüchtlingen in Kärnten, die einen Abschluss ihres Asylverfahrens und ein monatliches Taschengeld von 2000€ forderten. Diesen Betrag hätten sie laut der Kärntner Polizei allerdings nicht frei erfunden, sondern aus den „in Österreich geltenden Sätzen berechnet.“

Obwohl die Situation in Kärnten dann letztendlich ohne Hungern geklärt werden konnte, blieb dieser Fall ein Beispiel der Asylgegner für die ihrer Meinung nach unangemessenen Forderungen der Flüchtlinge.

Ironische Aktion

Im Interview mit „Focus Online“ sagte Sandra K., dass sie natürlich nicht vorgehabt habe wirklich in einen Hungerstreik zu treten, sondern nur ironisch die Frage aufwerfen wollte, warum Deutsche nicht das gleiche wie Ausländer fordern dürften.

Nachdem ihr Bild mehr als 30.000 Mal geteilt wurde, wurde ihr die Aufmerksamkeit aber anscheinend zu viel, da sie mittlerweile ihr Profil auf privat umgestellt hat.

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