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26/09/2015 14:16 CEST | Aktualisiert vor 22 Stunden

Evolutionsbiologie: Diese 5 Dinge erklären, warum Babys nicht durchschlafen

Thinkstock
Babys sehnen sich nach körperlicher Nähe.

Babys sind unglaublich süß und das größte Glück für ihre frischgebackene Eltern. Das ist die eine Seite. Die andere Seite ist: Babys schreien. Sie schreien die ganze Nacht und das laut und unablässig, bis ihre Eltern am Rande der totalen Erschöpfung sind.

Deswegen ist eine wichtige Frage aller Mütter und Väter: Wieso schläft mein Baby nicht? Habe ich etwas falsch gemacht? Und wie bringe ich meinen Kleinen dazu, durchzuschlafen?

Kinderärzte und Evolutionsbiologen haben darauf mehrere Antworten.

Diese fünf Dinge erklären, warum Babys nicht durchschlafen:

1. Babys schlafen nicht durch, weil die Natur das für sie nicht vorgesehen hat.

Die schlechte Nachricht gleich vorweg: Dass Babys nachts aufwachen ist ein natürlicher Vorgang. Daran können wir alle leider wenig ändern.

Babys sind nicht dafür gemacht, lange Zeit an einem Stück zu schlafen. Ihr Schlafzyklus ist kürzer als der von Erwachsenen. Sie wachen ungefähr im Stundentakt auf und können dann auch nicht mehr so leicht einschlafen wie Erwachsene.

Erwachsenen geht es übrigens genauso. Auch sie wachen nachts immer wieder auf, bemerken es aber nicht, da sie sich dessen nicht bewusst sind.

2. So können sie Konkurrenz durch ein Geschwisterchen vermeiden.

Einer Studie der Harvard University zufolge wollen Babys regelmäßig – auch nachts – gestillt werden, um so eine weitere Schwangerschaft ihrer Mutter zu verhindern. Denn solange Frauen stillen, verzögert das den Eisprung.

Das macht aus evolutionsbiologischer Sicht Sinn, denn die Konkurrenz durch ein weiteres Geschwisterchen ließ die Überlebenschancen des Babys sinken.

3. Schlaftraining stresst Babys.

Eine Studie aus dem Jahr 2011 zeigt, dass das sogenannte Schlaftraining, bei dem man die Babys schreien lässt und an das Durchschlafen gewöhnt, den Kleinen nicht gut tut: Bei den Babys erhöhte sich das Stresslevel, während der Stress bei den Eltern nachließ.

Das liegt daran, dass Babys aus evolutionären Gründen durch Schreien ihre Eltern auf sich aufmerksam machen wollen, damit diese sie versorgen. Wenn ihnen beim Schreien niemand zu Hilfe eilt, sorgt das für Stress.

4. Die meisten Eltern haben zu hohe Erwartungen.

Viele Ratgeber-Bücher suggerieren Eltern, dass man Babys ganz schnell zum Durchschlafen bringen kann und sie als Mutter oder Vater in dieser Aufgabe versagen. Das stimmt so nicht. Menschliche Babys werden - im Vergleich zu anderen Säugetieren - sehr früh geboren.

Sie befinden sich erst nach einem Jahr in dem Reifezustand, den andere Säugetiere bei der Geburt haben. Unsere Babys brauchen demzufolge einfach noch Zeit, sich zu entwickeln und sind viel bedürftiger. Sie können sich nicht in ein paar Monaten an den Lebensrhythmus von Erwachsenen anpassen.

5. Babys sind nachts wach, weil sie dann mehr Aufmerksamkeit bekommen.

Laut Peter Flemming, Professor für Kindergesundheit und Kindesentwicklung an der University of Bristol, werden Babys abends um 18 Uhr so richtig wach, weil das evolutionsbiologisch gesehen besser in den Tagesrhythmus der Eltern passte. Sie hatten abends mehr Zeit, sich um den Nachwuchs zu kümmern. Daran hat sich das Baby angepasst.

Was sollen Eltern also mit dem kleinen Steinzeitmenschen tun, der die ganze Nacht schreit, obwohl es jetzt im 21. Jahrhundert „keinen Sinn“ macht? Da Kinder am glücklichsten sind, wenn ihre Eltern es auch sind, ist es am besten, einen guten Kompromiss zwischen den Bedürfnissen der Kinder und der Eltern zu finden.

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