WIRTSCHAFT
24/09/2015 11:53 CEST | Aktualisiert 24/09/2015 12:48 CEST

Experte warnt vor Insolvenz: "VW muss mit "existenzbedrohenden Strafen" rechnen

dpa
"VW muss mit existenzbedrohenden Strafen" rechnen

Noch steht die Aufarbeitung der VW-Affäre ganz am Anfang. Zwar ist mit Martin Winterkorn der VW-Chef zurückgetreten, aber wer was wann im Unternehmen über die Betrügereien bei den Abgastests wusste, ist bisher unbekannt.

Aber nicht nur intern kommt auf VW eine Menge Arbeit zu. Das Unternehmen hat sich jetzt Star-Anwälte in den USA gesichert, um sich gegen Schadenersatzforderungen zu wehren.

Das wird auch nötig sein. Denn auf den Konzern könnten gigantische Forderungen zukommen, wie die "WirtschaftsWoche" berichtet.

Mit "existenzbedrohenden Strafen" für Volkswagen rechnet laut der "WirtschaftsWoche" Thomas Möllers, Juraprofessor an der Universität Augsburg. "Wenn jemand arglistig täuscht, kennt das amerikanische Recht sogenannte punitive damages, also Schadenersatz mit strafendem Charakter", sagte Möllers der "WiWo". "Da kann das 20- oder auch 50-Fache des tatsächlichen Schadens als Schadenersatz verhängt werden."

Die Rechnung geht so: Hochgerechnet auf die elf Millionen betroffenen Autos wären es bei einem Schaden von 1000 Dollar pro Auto elf Milliarden Dollar. Mit den "punitive damages" multipliziert könnten so "drei- oder vierstellige Milliardenbeträge" auf VW zurollen, sagt Möllers. Auf Milde darf VW laut dem Experten nicht hoffen. Wegen von der US-Justiz verhängten Schadenersatzzahlungen hätten Unternehmen schon Insolvenz anmelden müssen.

Einen Ausweg sieht Möllers aber. VW müsse die Affäre schnellstmöglich aufarbeiten und die Verantwortlichen feuern. So habe auch schon Siemens eine Schmiergeld-Affäre vergleichsweise glimpflich überlebt.

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