WIRTSCHAFT
24/09/2015 12:15 CEST | Aktualisiert 24/09/2015 14:07 CEST

Obi und Co. setzen ein Zeichen: Deutsche Baumärkte verbannen ihr umstrittenstes Produkt aus den Regalen

dpa

Experten warnen, das Mittel sei gesundheitschädigend und fordern ein Verbot. Die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC) der Weltgesundheitsagentur (WHO) hat das Pflanzengift Glyphosat als "wahrscheinlich krebserregend" eingestuft.

Es ist das meistverkaufte Pestizid der Welt. Landwirte spritzen das Gift vor der Aussaat und oft auch noch einmal vor der Ernte in großen Mengen auf die Felder. 6000 Tonnen kommen pro Jahr allein in Deutschland zum Einsatz. Trotzdem können viele Menschen mit dem Begriff Glyphosat bisher nichts anfangen.

Einige Länder haben das Pestizid bereits verboten oder planen strengere Vorschriften, darunter Sri Lanka, Mexiko und die Niederlande. Der Pestizidexperte des BUND, Tomas Brückmann, fordert zumindest eine Neubewertung von Glyphosat. "Es ist unverantwortlich, Glyphosat weiter als unbedenklich einzustufen", sagt er.

Bevor ein Verbot auch in Deutschland zur Debatte wird, haben einige deutsche Baumärkte jetzt schon Konsequenzen gezogen. Einer Greenpeace-Umfrage zufolge wollen Bauhaus, Globus, Hornbach, Obi und Toom das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel aus dem Angebot nehmen.

Greenpeace begrüßt diesen Schritt. Allerdings müssen nach Ansicht der Organisation weitere Schritte folgen. "Die Baumärkte erkennen, dass sie mitverantwortlich dafür sind, ob gefährliche Gifte in Gärten und auf Balkone gelangen“, sagte Landwirtschaftsexpertin Christiane Huxdorff von Greenpeace dem Nachhaltigkeitsportal "Utopia". "Die Bau- und Gartenmärkte müssen dieses Problem weiter konsequent angehen und giftige Produkte aus den Regalen grundsätzlich verbannen.“

Die Baumärkte entfernen auch noch weitere umstrittene Produkte aus den Regalen. Laut der Greenpeace-Umfrage schränken die Händler das Sortiment auch bei bienengefährdenden Pestiziden ein.

Wann entscheidet sich, ob Glyphosat verboten wird? Derzeit debattieren Experten, ob Glyphosat in der Europäischen Union weiter genehmigt wird. Die Zulassungsfrist läuft Ende 2015 nach zehn Jahren aus. Die EU-Kommission muss entscheiden, ob sie erneuert wird.

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