Hedgefonds-Manager erhöht Preis für AIDS-Medikament über Nacht um 5000 Prozent

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Hedgefonds-Manager erhöht Preis für AIDS-Mediakament über Nacht um 5000 Prozent | Ulet Ifansasti
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Die in der Malaria- und AIDS-Therapie eingesetzte Droge Daraprim wurde in der Nacht von 13,50 Dollar auf 750 Dollar pro Tablette erhöht. Grund dafür ist der Erwerb der Verkaufsrechte des amerikanischen Start-Ups Turing Pharmaceuticals. Die Preiserhöhung hat einen enormen Anstieg der Behandlungskosten und Probleme bei der Beschaffung des Medikaments zur Folge.

Preiserhöhung gerechtfertigt?

Bereits im August hat Turing Pharmaceuticals unter der Leitung des ehemaligen Hedgefonds-Managers Martin Shkreli die Verkaufsrechte an dem AIDS-Medikament erworben. Shkreli verteidigt die Preiserhöhung: "Wir sind nicht die gierige Firma, die versucht, Patienten auszunehmen. Wir versuchen uns im Business zu halten", sagte Shkreli gegenüber der "New York Times". "Es ist immer noch eines der kleinsten pharmazeutischen Produkte der Welt. Es macht keinen Sinn, Kritik dafür zu bekommen", sagt Skreli weiter.

Der Turing-Chef ist der Meinung, dass das Medikament so selten verwendet wird, dass die Preiserhöhung keine große Auswirkung auf das Gesundheitssystem hat. Jetzt sei der Preis auf einem Niveau mit vergleichbaren Medikamenten für seltene Krankheiten. In dem Bericht heißt es, dass Turing das Geld angeblich in die Forschung von neuen Medikamenten investieren will.

Martin Shkreli ist bekannt für seine Brillanz und Frechheit. Bereits 2011 war er an der enormen Preiserhöhung für das Medikament Retrophin beteiligt. Der Retrophin-Vorstand entließ ihn letztes Jahr, weil er das Medikament angeblich ausnutzte, um seine Hedge-Fonds-Investoren auszuzahlen, berichtet die "New York Times".

Spezialmedikamente sind Teil einer Business-Strategie

Die bereits seit 62 Jahren bekannte Droge Daraprim wird in der Therapie von Malaria- und HIV-Infektionen eingesetzt. Die Weltgesundheitsorganisation hat es unter den wichtigsten Medikamenten in unserem Gesundheitssystem gelistet.

Neben Turing interessieren sich immer mehr Unternehmen für den Erwerb schon seit Jahren eingesetzter Medikamente. Bisher haben sich die meisten Unternehmen auf neue Medikamente vor allem gegen Krebs, Hepatitis C und hohe Cholesterin-Werte fokussiert. Dahinter steckt vor allem eine Business-Strategie, alt bewehrte Medikamente in hochpreisige "Spezialmedikamente" umzuwandeln.

Daniel Hartung, Apotheker und Professor, erklärt im Experteninterview mit der „Vice“, dass vor allem der US-amerikanische Markt anfällig für die enormen Preissteigerungen ist, da sich die Pharmaunternehmen kaum an Vorschriften halten müssen.

Sie haben freie Hand wenn es um die Preisbestimmung geht, sagt Hartung weiter. Es fehlten schlichtweg Gesetze und Regulierungsinstanzen, um diese Art von Marketing-Strategie einzudämmen.

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