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23/09/2015 12:46 CEST | Aktualisiert 23/09/2016 11:12 CEST

"1000 Sneaker": Bildband über den guten alten Turnschuh

2015 Edel Germany GmbH
Der Sneaker oder Turnschuh hat sich über Jahrzehnteverändert.

Wenn Ihnen der Begriff nicht so geläufig sein sollte: Früher hieß der Sneaker noch ganz altmodisch Turn- oder Sportschuh. Damals hatte er eine klassische Funktionsbeschreibung: Er musste bequem sein und damit sollte sich die betreffende Sportart gut ausüben lassen. Wie aus einer schnöden Schuhart ein Kultobjekt wurde, zeigt jetzt ein Bildband von Mathieu Le Maux: "1000 Sneaker" (Edel Germany, 208 Seiten, 17,95 Euro) heißt das bunte Werk.

Promis kurbeln den Verkauf an

Wie viele Accessoires oder Kleidungsstücke, die Erfolg haben, sind oft Promis als Erstträger der Grund für den Erfolg. Was ein Promi trägt, muss cool sein, lautet wohl der Gedanke des Normalbürgers. Oder zumindest gut. Vorher kann der Modegegenstand, hier eben der Schuh, schon ein Erfolg auf dem Markt sein. Doch erst durch die Nähe zur Glitzerwelt wird so aus einem funktionellen Produkt eines aus der Modewelt.

So ging es auch der Marke New Balance. Diese stellte bequeme Laufschuhe her. Mit mehr oder minder großem Erfolg. Als die Verkaufszahlen zurückgingen, half unfreiwillig ein Politiker, sie wieder anzukurbeln, wie Le Maux weiß. Mitte der 90er Jahre trug der damalige US-Präsident Bill Clinton das Modell M1500 beim Joggen - was nicht zu übersehen war. Schließlich ist das ein Erfolgsrezept dieser Kleidungsartikel: Markennamen oder -zeichen werden zumeist groß auf den Produkten angebracht. So war es auch nicht zu übersehen, dass Apple-Ikone Steve Jobs bei jeder Produktpräsentation die gleichen Schuhe trug: die NB992.

Sport-Treter in Hollywood-Filmen

Ging es zuvor noch um reale Personen, die Sneaker zu Erfolg verholfen haben, dreht es sich in einem anderen Kapitel des Buches um Schuhe, die durch Filmrollen bekannt wurden. Wahrscheinlich fällt Ihnen auf Anhieb kein Schuh ein. Doch bei einem Blick auf die Sport-Treter aus Hollywood-Filmen, könnte so manche Erinnerung geweckt werden. Regie-Sonderling Wes Anderson, bekannt für Filme mit bis ins Detail ausgearbeiteten Kostümen, ließ Darsteller seines Streifens "Die Tiefseetaucher" im Adidas-Modell Zissou auftreten.

Nicht weniger bekannt dürften die Nike Air Max Triax sein, die im Streifen "Space Jam" eine Rolle innehatten. Oder erinnern Sie sich an das Modell Bruin Leather, in dem Michael J. Fox alias Marty McFly in Robert Zemeckis Filmklassiker "Zurück in die Zukunft" durch die Zeit reiste? Zum düsteren Zukunftsfilm "Blade Runner" passte hingegen der Typ "Stan Smith Black" von Adidas perfekt. So sollen die Schuhe auch immer den Typ der Rolle unterstützen. Schließlich können Sneakers hell oder dunkel sein, auffällig oder dezent, grob oder filigran. Je nachdem, wie der Kostümbildner oder Regisseur die Rolle angelegt haben will.

Jugenderinnerungen

Den Namen Kanye West verbindet sicherlich niemand mit zurückhaltend. Dementsprechend sind auch die Sneaker, die Le Maux zu ihm zusammengetragen hat. Ganz unbescheiden hatte dieser nämlich einmal behauptet, "die einflussreichste Person im Sneaker-Universum" zu sein, wie der Autor des Buches zitiert. Wenn man das Bild von West samt seiner nicht weniger auffälligen Ehefrau Kim Kardashian betrachtet, verwundert es wenig, welche Schuhauswahl ihm zugeordnet wird. Schuhe mit rosa Sohle von Louis Vuitton sind ebenso darunter wie ein Adidas-Schuh mit angedeuteten Flügeln von Adidas.

Das Buch ist ein nettes Nachschlagewerk zur Geschichte der Sneaker, perfekt zum Stöbern und Schmökern geeignet. Vor allem aber regen die vielen abgebildeten Schuhe die Erinnerung an. Welche Schuhe habe ich damals getragen? Welche wollte ich unbedingt haben? Welches Modell war zu meiner Jugend gerade angesagt. So ist das große Sneaker-Buch nicht nur ein Bildband, sondern auch ein Schlüssel zur eigenen Jugend.

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