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22/09/2015 11:41 CEST

Vor diesen drei Dingen haben Wissenschaftler am meisten Angst

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Vor diesen drei Dingen haben Wissenschaftler am Meisten Angst

Sie beschäftigen sich mit den großen Fragen der Menschheit. Sie erforschen den Aufbau des Universums, die Entschlüsselung des menschlichen Genoms und die Entwicklung von Sprache und Kultur. Wer sich mit den kleinteiligen Details unseres Lebens beschäftigt, der schärft auch den Blick für die großen Zusammenhänge.

Daher lohnt es sich hinzuhören, wenn Wissenschaftler von dem sprechen, was sie besorgt. Und was ihnen Angst macht.

Das Magazin "Edge" hat 150 der intelligentesten Menschen der Welt gefragt: Was macht Ihnen am meisten Angst? Und diese drei Antworten wurden von den meisten Wissenschaftlern unter den Befragten gegeben:

1. Künstliche Intelligenz

Astrophysiker Stephen Hawking spricht vielen anderen Wissenschaftlern aus dem Herzen, wenn er vor den Gefahren von künstlicher Intelligenz warnt.

"Computer werden die Menschheit mit Hilfe künstlicher Intelligenz in den nächsten 100 Jahren übertreffen", prophezeit Hawking, „das wird das größte Ereignis in der Geschichte der Menschheit werden - und möglicherweise auch das letzte.“

Ob es tatsächlich das letzte Ereignis wird, hängt ganz von uns Menschen selber ab. 100 Jahre sind keine lange Zeitspanne. Daher gelte es umgehend dafür zu sorgen, "dass Computer ähnliche Ziele haben wie wir."

„Wenn wir wüssten, dass in hundert Jahren Außerirdische auf der Welt landeten, würden wir uns darauf ja auch vorbereiten“, betonte Hawking in einem Interview.

Denn Maschinen mit künstlicher Intelligenz könnten sich sonst irgendwann nicht mehr beherrschen lassen. Hawking denkt dabei insbesondere an Kampfroboter, die mit künstlicher Intelligenz ausgestattet werden könnten.

2. Umgang mit technischem Fortschritt

Nein, Wissenschaftler haben selbstverständlich keine Angst vor Fortschritt. Denn damit würden sie sich selbst abschaffen wollen. Aber eine Angst, die viele Wissenschaftler teilen ist, dass wir mit dem technischen Fortschritt nicht richtig umgehen.

Lord Rees, Astronom und ehemaliger Präsident der britischen Royal Society, warnt: "Mit jeder neuen Technologie gibt es auch neue Risiken."

Er befürchtet, dass dadurch auch soziale Stabilität und Belastbarkeit in Gefahr geraten. "Es ist eine Frage der Verhältnisse. Wir leben in einer stark vernetzten Welt, mehr Reisen, Nachrichten, aber auch Gerüchte verbreiten sich in Windeseile. Da können natürlich auch Fehler passieren. Viel schneller als in der Vergangenheit."

Nick Bostrom, Direktor des "Future of Humanity Institute" der Oxford University, sieht diese Gefahr ähnlich. Denn der technische Fortschritt könnte unsere Zukunft bedrohen: "Es kann Gefahren geben, die die Menschheit noch nie zuvor erfahren hat."

Gerade im Bereich von synthetischer Biologie und Nanotechnologie betritt die Forschung völlig neue Bereiche. Auch wenn Wissenschaftler sich davon große Fortschritte im Bereich der Medizin versprechen, lassen sich auch die Konsequenzen im Grenzbereich der Humanbiologie noch nicht abschätzen.

Auch Nanotechnologie, Technologie auf molekularem und atomarem Level, könnte sehr gefährlich werden. Insbesondere, wenn sie bei kriegerischen Handlungen eingesetzt wird.

3. Zu viele Sorgen

Ja, es gibt unendlich viele beunruhigende Entwicklungen - ökologisch, politisch, gesellschaftlich. Aber beim Umgang mit diesen Gefahren sollten wir auch eins immer wieder tun, finden Wissenschaftler: Uns nicht zu viele Sorgen machen. Denn Sorgen können unsere Fähigkeiten zur Problemlösung auch hemmen.

Mary Catherine Bateson, Kulturanthropologin, fasst es so zusammen: "Wir machen uns zu viele Sorgen. Und diese Sorgen verpacken wir dann so, dass wir sie nicht mehr konstruktiv lösen können." Damit ist niemandem geholfen.

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