WIRTSCHAFT
22/09/2015 11:54 CEST | Aktualisiert 22/09/2015 13:44 CEST

VW gesteht: 11 Millionen Autos weltweit sind manipuliert

dpa
Abgas-Skandal weitet sich aus: 11 Millionen VW-Autos weltweit manipuliert

Jetzt weitet sich der Skandal um VW drastisch aus. Volkswagen hat bei internen Prüfungen zum Diesel-Skandal Unstimmigkeiten in den Messwerten bei weltweit rund elf Millionen Fahrzeugen eingeräumt. Bei den betreffenden Modellen gebe es "auffällige Abweichungen" zwischen den Messwerten bei Tests und im regulären Fahrbetrieb, berichtete das Unternehmen am Dienstag. Im Klartext bedeutet das: Weit mehr als die zuerst angegebenen knapp 500.000 VW-Autos könnten Software genutzt haben, um Abgaswerte zu manipulieren.

Finanziell ist die Affäre für den Autobauer ein Desaster. Sie zwingt Europas größten Autobauer jetzt sogar zu einer Gewinnwarnung. Im dritten Quartal würden rund 6,5 Milliarden Euro "ergebniswirksam zurückgestellt", teilte VW am Dienstag in Wolfsburg mit. Zudem stürzte die VW-Aktie seit Bekanntwerden des Skandals am Samstag um mehr als 30 Prozent ab, Strafzahlungen in Höhe von 18 Milliarden Euro drohen.

VW hat inzwischen auch in Deutschland reagiert. Der Konzern steht in Kontakt mit den zuständigen Behörden und dem Deutschen Kraftfahrtbundesamt, um die Abweichungen mit technischen Maßnahmen zu beseitigen. Neben einem Imageverlust drohen Volkswagen Strafzahlungen, Rückrufkosten, strafrechtliche Folgen sowie mögliche Regressansprüche von enttäuschten Kunden und Aktionären.

Der Abgas-Skandal bei Volkswagen hat den Dax am Dienstag weiter in die Tiefe gerissen. Nachdem VW einräumte, dass weltweit elf Millionen Diesel-Autos auffällige Abweichungen zwischen Prüfstandswerten und realem Fahrbetrieb haben dürften, stürzte die VW-Vorzugsaktie um weitere 17 Prozent ab. In dem Sog stürzten auch die Papiere von Daimler und BMW um jeweils rund 6 Prozent in die Tiefe.

Mit Material der dpa

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Hintergrund zur VW-Affäre:

  • Die US-Umweltbehörde wirft VW die Manipulation von Schadstoffmessungen bei Dieselfahrzeugen vor, es drohen milliardenschwere Strafzahlungen. Die Wolfsburger haben das Fehlverhalten bereits eingeräumt und versprachen, mit der Behörde zu kooperieren. Der Konzern erließ zudem einen Verkaufsstopp für die betreffenden Modelle in den USA.
  • Die manipulierten Abgastests bei VW-Dieselwagen in den USA schrecken die gesamte Autobranche auf und könnten für den Konzern laut US-Medien auch strafrechtliche Folgen haben. Das US-Justizministerium ermittle, ob dem Konzern kriminelle Machenschaften vorzuwerfen seien, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Montag unter Berufung auf zwei mit der Untersuchung vertraute Personen.
  • Der Amerika-Chef von VW, Michael Horn, entschuldigte sich unterdessen. "Wir waren unehrlich", sagte Horn am Montagabend (Ortszeit) bei der Präsentation eines neuen Passat-Modells in New York. "Wir waren unehrlich zur Umweltbehörde EPA, wir waren unehrlich zu den Behörden in Kalifornien und, am schlimmsten von allem, wir waren unehrlich zu unseren Kunden. Um es auf gut Deutsch zu sagen: Wir haben Mist gebaut."

Mit Material der dpa

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