POLITIK
22/09/2015 21:23 CEST | Aktualisiert 23/09/2015 06:10 CEST

"Vollidiot": Niedersachsens Ex-Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) attackiert VW-Trickser

dpa

Der Weltkonzern VW steht vor einem Scherbenhaufen. Angesichts des Skandals um manipulierte Abgaswerte dürfte das Image von Volkswagen über Jahre hinaus beschädigt sein.

Jetzt hat Niedersachsens ehemaliger Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) heftige Kritik an VW geübt. „Ich wüsste zu gerne, welcher Vollidiot entschieden hat, den Unternehmenserfolg von VW so leichtfertig aufs Spiel setzen“, sagte Bode der HuffPost. Wer dafür verantwortlich sei, könne eins und eins nicht zusammenzählen, kritisierte der FDP-Politiker, einst selbst Mitglied des VW-Aufsichtsrates.

„Es fällt mir schwer zu glauben, dass niemand etwas von dem Betrug im Konzern mitbekommen hat. Jetzt muss geklärt werden, wer was nicht weiterkommuniziert hat“, forderte Bode. Für Niedersachsen sei der VW-Skandal ein schwerer Schlag. „Beim nächsten Haushalt bedeutet das, dass das Land weiter sparen muss“, sagte Bode.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte zuvor rasche Aufklärung und "volle Transparenz" gefordert. "Ich hoffe, dass möglichst schnell die Fakten auch auf den Tisch kommen", sagte sie in Berlin. Die Opposition verlangte Konsequenzen für die gesamte Autobranche.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) sagte, es werde auch Gespräche mit der US-Umweltbehörde EPA und anderen deutschen Herstellern geben. Volkswagen habe die Unterstützung aller Maßnahmen zugesagt. Die Kommission wird geleitet von Verkehrs-Staatssekretär Michael Odenwald.

Die US-Umweltbehörde EPA wirft VW die Manipulation von Schadstoffmessungen bei Dieselfahrzeugen vor, es drohen milliardenschwere Strafzahlungen. Die Wolfsburger haben das Fehlverhalten bereits eingeräumt und einen Verkaufsstopp für die betreffenden Modelle in den USA erlassen.

Joachim Pfeiffer (CDU), wirtschaftspolitischer Sprecher der Unionsfraktion, befürchtet nach den Abgas-Manipulationen derweil einen enormen Imageschaden für die deutsche Automobilbranche.

„Das Ganze ist ein einzigartiger Vorgang", sagte Pfeiffer der HuffPost. "Die Folgen könnten nicht nur für den VW-Konzern unabsehbar sein, der sich gerade anschickte, weltweit die Nummer eins zu werden - sondern auch für den gesamten Automobilstandort Deutschland, seine Wertschöpfungsketten und sein Image", sagte er.

Und weiter: „Deshalb gilt es jetzt für VW, die Glaubwürdigkeit durch größtmögliche Transparenz und rückhaltlose Aufklärung schnellstmöglich wiederherzustellen.“

Mit Material von dpa

Lesenswert:

Nach Mega-Betrug durch VW - 4 fatale Konsequenzen für den Deutschen Autobauer

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter

blog@huffingtonpost.de.

Hier geht es zurück zur Startseite