WIRTSCHAFT
22/09/2015 05:55 CEST | Aktualisiert 22/09/2015 08:24 CEST

Diese 3 Folgen wird der VW-Skandal für die deutsche Wirtschaft haben

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VW-Chef Winterkorn

Die manipulierten Abgastests bei VW-Dieselwagen in den USA schrecken die Autobranche auf. Die US-Umweltbehörde EPA wirft dem Konzern die Manipulation von Schadstoffmessungen bei Dieselfahrzeugen vor, es drohen milliardenschwere Strafzahlungen. Die Wolfsburger haben das Fehlverhalten bereits eingeräumt und versprachen, mit der Behörde zu kooperieren. Der Konzern erließ zudem einen Verkaufsstopp für die betreffenden Modelle in den USA.

Volkswagen drohen harte Konsequenzen. Neben einem Imageverlust drohen Volkswagen Strafzahlungen von bis zu 18 Milliarden Dollar, Rückrufkosten sowie mögliche Regressansprüche von enttäuschten Kunden und Aktionären.

Volkswagen erließ einen Verkaufsstopp für die betroffenen Modelle in den USA. Am Mittwoch will sich der innerste Zirkel des Aufsichtsrats bei einem Krisentreffen mit dem Thema beschäftigten, verlautete es aus VW-Kreisen. Doch nicht nur Volkswagen ist betroffen, sondern die gesamte deutsche Wirtschaft.

Diese drei Folgen wird der VW-Skandal für Deutschland haben:

1. Viele Menschen bei VW und seinen Zulieferern werden ihren Job verlieren

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) befürchtet massive Folgewirkungen für die deutsche Wirtschaft und Jobabbau. Gegenüber der "Bild"-Zeitung erklärte DIW-Präsident Marcel Fratzscher: "Der Imageschaden wird VW nicht nur in den USA, sondern auch global teuer zu stehen kommen. Damit werden auch Jobs bei VW und vielen Zulieferern in Deutschland gefährdet sein." Die möglichen milliardenschweren Strafzahlungen für VW seien dagegen "noch das geringste der Probleme“.

Die Stellung von Volkswagen auf dem US-Markt ist ohnehin katastrophal und verschlimmert sich nun weiter. "Amerika ist eine Katastrophenveranstaltung für VW. Das sagt selbst der Betriebsratsvorsitzende des Konzerns. Jetzt wird die Katastrophe noch größer“, sagte Ferdinand Dudenhöffer, Automobilexperte an der Universität Duisburg-Essen der "Passauer Neuen Presse". "Auf absehbare Zeit wird VW in den USA keinen Boden mehr unter die Räder bekommen."

2. Das Ansehen deutscher Produkte im Ausland wird leiden

Fratzscher warnte, darüber hinaus könnten "auch andere deutsche Exporteure Schaden nehmen, denn VW war bisher ein Aushängeschild für Produkte 'Made in Germany‘.“ Es müsse nun dringend „um Schadensbegrenzung für VW und für deutsche Exporteure allgemein gehen“, forderte der DIW-Präsident gegenüber "Bild".

3. Der Skandal wird auch andere Autobauer belasten - obwohl die unschuldig sind

Am Dienstag zog der Skandal auch die Aktien anderer deutscher Autobauer nach unten. Die manipulierten Abgastests schrecken die gesamte Autobranche auf und erschüttern das Vertrauen der Anleger. Auch Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) sagte gestern, er sorgt sich um den Ruf der deutschen Automobilindustrie und vor allem Volkswagens. Unklar sind die Auswirkungen auf den Absatz von Diesel-Wagen anderer deutscher Anbieter in den USA.

Die Autobauer BMW und Daimler sind nach eigenen Angaben nicht betroffen - aber auch sie werden es in Zukunft schwerer haben, Diesel-Fahrzeuge in den USA zu verkaufen. "Das schwarze Schaf VW kann jetzt zusätzlich den anderen deutschen Autobauern das US-Geschäft vermiesen. Dieselfahrzeuge aus Deutschland werden es künftig schwer haben, auch wenn sie sauber sind. Diese VW-Affäre schadet der gesamten deutschen Automobilindustrie", sagte Dudenhöffer der "Passauer Neuen Presse".

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