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21/09/2015 22:17 CEST | Aktualisiert 21/09/2015 22:52 CEST

2019 kommt Apples iAuto auf den Markt

Getty
Apple

Der US-Konzern Apple will offenbar schon 2019 das iAuto auf den Markt bringen. Der Erfinder von iPhone und iPad arbeite mit Hochdruck an dem Elektroauto, schreibt das "Wall Street Journal". Bislang arbeiten demnach 600 Mitarbeiter am Auto der Zukunft - jetzt soll der Entwicklerstamm verdreifacht werden. Bisher hatte es geheißen, das Modell werde erst 2020 auf den Markt kommen.

In der Apple-Zentrale im kalifornischen Cupertino läuft das Projekt unter dem Codenamen "Projekt Titan". Beim ersten Modell des iAutos soll es sich nicht um ein vollständig selbstfahrendes Auto handeln, auch, wenn Medienberichte zuletzt stets Gerüchte in diese Richtung verbreitet hatten. Den Startschuss für "Titan" hatte Apple-Chef Tim Cook Berichten zufolge 2014 gegeben. Mögliche Prototypen des Autos sind bereits gesichtet worden.

Dass die Deadline 2019 sicher eingehalten werden kann, ist dem aktuellen Bericht zufolge nicht komplett sicher. Ebenfalls unbekannt ist, mit welchen Zusatzfunktionen das Auto ausgestattet sein wird. In jedem Fall scheint Apple viel Wert auf die Leistung des Elektromotors zu legen: Im vergangenen Jahr etwa hatte das Unternehmen erwogen, den US-Elektroautohersteller Tesla zu kaufen.

Was wären die Folgen der Innovation für den Automarkt? Traditionelle Hersteller haben Schwierigkeiten, auf dem Elektromarkt Schritt zu halten. Am Montag kam heraus, dass VW bei Tests die Abgasemissionen seiner Dieselautos manipuliert hatte. Das ist ein weiterer Rückschlag für Autos mit Verbrennermotor - und vielleicht endgültig das Zeichen, dass Elektroautos kurz vor der flächendeckenden Verbreitung stehen. Wer in dem neuen Markt nicht mithalten kann, der wird arge Schwierigkeiten haben. Vor allem, wenn der Konkurrent Apple heißt.

Denn Innovation kann der US-Hersteller: Der iPod überholte auf einen Schlag alle zuvor dagewesenen MP3-Player. Das iPhone ließ alle Handys früherer Bauart praktisch über Nacht veralten. Das iPad schaffte einen Markt, den es zuvor gar nicht gegeben hatte. Nun soll sich die Autoindustrie dieser Konkurrenz stellen. Das könnte Schwierigkeiten bereiten - vor allem dem Land, das wie kein anderes von der Autoindustrie abhängig ist: Deutschland. Was haben BMW, Mercedes, Audi und das besonders angezählte Volkswagen dagegen aufzubieten?

Konzerne wie Google und Apple hätten "disruptives Potenzial“, zitiert die "Wirtschaftswoche" den Leiter des Center of Automotive Management, Stefan Bratzel. Kein Wunder: Was Apple vorgemacht hat, ist so oder so längst in modernen Autos zu finden: intuitive Bordcomputer, Apps im Betriebssystem und eine zunehmende Datensammlung durch die Hersteller. Man kann dabei zuschauen, wie deutsche Firmen ihre Produkte im Schneckentempo für die Smartphone-Generation fit machen.

Nun soll Apple in vier Jahren vom Zulieferer zum Kompletthersteller aufgestiegen sein. Das ist schnell. Schneller, als es die trägen deutschen Konzerne, von denen hierzulande direkt und mittelbar fünf Millionen Arbeitsplätze abhängen, sich zu träumen gewagt hätten. Alles sieht danach aus, als sei der Erfinder des iPhones in einem neuen Markt längst auf der Überholspur.

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