POLITIK
20/09/2015 08:31 CEST | Aktualisiert 20/09/2015 10:59 CEST

Wahl in Griechenland: Enthüllungen könnten dem Image von Alexis Tsipras schaden

Bloomberg

Neueste Enthüllungen könnten Alexis Tsipras bei den Wahlen große Probleme bereiten. Griechenland wählt ein neues Parlament - wieder einmal. Der griechische Ex-Premier bittet das Volk schon zum zweiten Mal in diesem Jahr an die Urnen. Und es wird ein enges Rennen mit seinem Herausforderer.

Tsipras geht ein hohes Risiko ein. Nach der streitbaren Verabschiedung eines Sparpakets setzt er alles auf Neuwahlen. Aber genau dieses Sparpaket sorgte dafür, dass seine Popularität im Volk litt. Evangelos Meimarakis, sein konservativer

Herausforderer, lag in manchem Umfragen schon knapp vor Tsipras.

Letzte Erhebungen sprechen wieder für Tsipras. der Instinktpolitiker Tsipras liegt wieder vorn. Wie der "Spiegel" berichtet, liegt seine Partei Syriza rund 2,5 Prozentpunkte vor der Nea Dimokratia (ND) von Meimarakis.

Das Erfolgsgeheimnis von Tsipras liegt in der Mobilisierung der Wähler. In den vergangenen Wochen hat er den Anteil der unentschlossen Wähler, die bei der Wahl im Januar noch für ihn gestimmt haben, von 60 auf 65 Prozent anheben können. Tendenz steigend.

Doch einfach wird es nicht. Denn neue Enthüllungen haben Tsipras' Image als linker Politiker angekratzt. Hier die wichtigsten Punkte:

  • 1. Sein Sohn geht in einen Privatkindergarten, der jährlich 7000 Euro kostet. Das ist schwer zu vermitteln, wenn gleichzeitig ein „öffentliches, kostenloses, demokratisches und hochwertiges Erziehungssystem“ angestrebt wird.

  • 2. Urlaub hat Tsipras zuletzt in einer feinen Villa gemacht. Ausgerechnet in einer, die dem Reeder Thanasis Martinos gehört, der auf der sogenannten Lagarde-Liste mutmaßlicher Steuersünder steht. Deren Verfolgung hat Tsipras im Wahlkampffinale erneut versprochen.

  • 3. Verwicklungen in Korruption: Das ist in Griechenland nichts Neues, nur ärgerlich, wenn so ein Thema im Wahlkampfendspurt Schlagzeilen macht. Die Firma von Alekos Flambouraris, von Tsipras einst als sein politischer Ziehvater bezeichnet, hat im Mai einen knapp vier Millionen Euro teuren Staatsauftrag an Land gezogen. Der Haken an der Sache: Flambouraris saß zu diesem Zeitpunkt als Minister im Kabinett von Tsipras.

Ob sich das auf die Wahl auswirkt, wird sich zeigen. Experten rechnen mit einem knappen Ergebnis. Und während Syriza im Januar die absolute Mehrheit nur knapp verfehlte, könnten dieses Mal sogar zwei Koalitionspartner nötig sein.

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