WIRTSCHAFT
19/09/2015 16:00 CEST | Aktualisiert 19/09/2015 16:01 CEST

Erschreckende Aufnahmen: Peta enthüllt Tierquälerei in Geflügelzucht

PETA

Immer wieder ist Massentierhaltung in der Geflügelzucht ein Thema. Der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) wirbt für deutsches Geflügel, neue Aufnahmen der Tierschutzorganisation Peta belegen, dass sich in der Massentierhaltung nichts geändert hat.

Was sagt der Verband? Der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) hat in der vergangenen Woche eine Geflügel-Charta veröffentlicht. Darin heißt es: „Unsere Hähnchen und Puten werden immer in Bodenhaltung auf natürlicher Einstreu aufgezogen, sie können sich frei bewegen und haben ständigen Zugang zu Futter und Wasser. Sie sollen sich beschäftigen und ihren natürlichen Bedürfnissen und Verhaltensweisen wie Picken, Scharren und Staubbaden jederzeit nachgehen können.“

Was zeigen die neuen Aufnahmen? Die Aufnahmen, die Peta in Hühnermastbetrieben der Sprehe-Gruppe, zeigen: Tausende von Tieren leben auf engstem Raum zusammen. Oft ohne Federn oder mit gekrümmten Füßen. Die Tiere können kaum laufen oder liegen tot zwischen anderen Hühnern. Die Sprehe-Gruppe beliefert unter anderem Supermärkte wie Rewe, Aldi, Lidl oder Edeka.

Was bedeutet das für die Tiere? Die Hühner werden züchterisch so manipuliert, dass sie innerhalb weniger Wochen massiv Fleisch ansetzen. Das unnatürliche Wachstum und das hohe Gewicht sorgen dafür, dass die Tiere mehr oder weniger stark an Verformungen der Beine und des Brustbeins leiden. Tiere können bewegungsunfähig werden und somit an Ort und Stelle verdursten. Weitere Folgen sind Herzinfarkte oder ein Kreislaufzusammenbruch. Viele Tiere überleben nicht einmal die Zeit bis zum Schlachthof.

Was sagt die Politik? Die Politik klatscht dem ZDG Beifall. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) betont, die Charta sei ein „Zeichen für die Bereitschaft der Branche auf den Verbraucher und den Markt einzugehen.“ Schmidt setzt auf die freiwillige Selbstverpflichtung der Industrie, Massentierhaltung sei ein diffamierendes Wort, zitiert ihn "Spiegel Online" aus der Bundespressekonferenz. Die Bauern seien der fünftgrößte Wirtschaftsfaktor Deutschlands. Schmidt: „Wir wollen die Landwirtschaft ökonomisch attraktiv in diesem Land halten.“

Wie reagiert der ZDG auf die Videos? Viele in der Charta formulierte Regeln seien Standard. In Bezug auf die Aufnahmen erkennt der Verband aber ein Verstoß gegen den Tierschutz an will der Sache nachgehen. Die Sprehe-Gruppe plant, sollte sich herausstellen das es ihre Masthöfe sind, das tierschutzwidrige Verhalten abzustellen.

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