POLITIK
18/09/2015 12:48 CEST | Aktualisiert 18/09/2015 13:22 CEST

Kroatien will Flüchtlinge nach Ungarn durchreisen lassen

getty

Wie die Nachrichtenagentur "AP" berichtet, hat der kroatische Ministerpräsident angekündigt, die Flüchtlinge nach Ungarn und Slowenien weiterreisen zu lassen.

Noch vor kurzem hatte er darauf bestanden, dass die Flüchtlinge sich in Kroatien registrieren lassen und Asyl beantragen. Angesichts des Ansturms auf die Grenzen des Landes, scheint jetzt ein Umdenken stattzufinden.

Auch die BBC bestätigt, dass die Flüchtlinge weiterreisen können. Ob Kroatien jetzt die Grenze wieder öffnet, ist noch nicht sicher. 7 von 8 Grenzübergängen sind derzeit geschlossen.

Der Hintergrund: Die Sperrung von sieben Grenzübergängen zwischen Serbien und Kroatien hat die Flüchtlinge auf ihrem Weg in die EU nicht aufhalten können. Bisher kamen rund 14 000 Menschen auf kroatischer Seite an. Die Zustände an der Grenze waren am Freitag chaotisch.

Rund 8000 Flüchtlinge warteten in Beli Manastir im Nordosten des Landes nahe Ungarn, um weiter in Richtung Slowenien reisen zu können. Slowenien will allerdings einige Hundert Flüchtlinge schon zurückschicken. Doch Kroatiens Regierung weigere sich strikt, diese Menschen wieder einreisen zu lassen, berichtete die Polizei.

Kroatien muss mit noch deutlich mehr Flüchtlingen rechnen. Aus Mazedonien kämen weiter jeden Tag im Schnitt bis zu 2000 Menschen nach Serbien, berichtete die Zeitung «Danas» am Freitag in Belgrad unter Berufung auf Helfer.

Der kroatische Oppositionsführer Tomislav Karamarko verlangte den Einsatz der Armee, um den Andrang aus Serbien zu stoppen. Allein in der vergangenen Nacht waren 30 Busse aus dem Nachbarland an die Grenze gekommen. Nach Kroatien kamen die Flüchtlinge zu Fuß durch Maisfelder über die «grüne Grenze».

Mit Material der dpa

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