POLITIK
17/09/2015 09:53 CEST | Aktualisiert 17/09/2015 13:10 CEST

Viktor Orban: "Die Muslime werden am Ende mehr sein als wir"

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Ungarns Regierungschef Viktor Orban

Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán hat ein Interview gegeben. Und vieles darin wird deutsche Politiker empören.

Er sagte, dass er auch an der Grenze zu Kroatien einen Zaun bauen wird. "Wir werden den Zaun auch auf die kroatische Grenze ausweiten müssen“, sagte Orbán im Interview der "Welt". "Die Route bestimmen letztlich die Schmuggler."

Orban sieht die europäische Kultur durch die Flüchtlinge gefährdet. Der Ministerpräsident rechnet damit, dass noch 100 Millionen Menschen nach Europa fliehen könnten. Er schließt nicht aus, dass Europas Identität bedroht werde, "wenn die Krise schlecht gemanagt wird". Orbán befürchtet einen "Wettbewerb der Kulturen". "Es ist offensichtlich, dass die Christen diesen Wettbewerb verlieren werden, wenn man viele Muslime nach Europa lässt. Das hat demografische Gründe und liegt daran, dass Muslime in unbegrenzter Zahl nachströmen können."

Muslime könnten bald die Mehrheit stellen, fürchtet er. Sein Land habe "genau studiert", was in westlichen Gesellschaften passiert sei. "Trotz bester Absicht der dortigen Führungsspitzen haben sich Parallelgesellschaften etabliert, haben sich die muslimischen Schichten nicht integrieren lassen. Man lebt nebeneinander." Sein Land wolle das nicht. "Ich rede jetzt nicht von Gott, und wie wir als Christen dazu stehen, oder Muslime. Ich rede von Kultur."

Die Muslime würden sich schneller "vermehren" als Christen. "Da geht es um Lebensstil, Freiheit, sexuelle Gewohnheiten, Gleichheit von Mann und Frau, unsere christliche Kultur.“ Die muslimische Gemeinschaft sei in dieser Hinsicht stärker. Die Muslime legten mehr Gewicht auf Familie, Kinder und Zusammenhalt in der Gemeinschaft. "Und deswegen werden sie am Ende mehr sein als wir. Das ist simple Mathematik.“

Er rechtfertige seine Entscheidung zum Bau der Zäune. Der Zaun an der Grenze zu Serbien verstoße nicht gegen das Genfer Abkommen. "Die Genfer Konventionen sehen ein Recht auf Sicherheit vor, aber nicht ein Recht darauf, sich das Land auszusuchen, in dem man Schutz bekommt. Flüchtlinge haben auch Pflichten, müssen die Gesetze des Landes beachten."

In dem Interview zeigte er sich enttäuscht über Deutschlands Verhalten. Über die Drohung von Deutschlands Innenminister Thomas de Maizière (CDU), Ungarn könnten EU-Finanzmittel entzogen werden, falls es keine verbindliche Quotenregelung akzeptiere, reagierte Orbán "enttäuscht", denn "das ist ja genau der Ton auf den die Deutschen bisher verzichtet hatten. Das ist der Ton brutaler Machtanwendung."

Muslime, die sich zu schnell vermehren? Da soll jemand behaupten, er pflege kein fremdenfeindliches Gedankengut.

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