POLITIK
17/09/2015 06:52 CEST | Aktualisiert 17/09/2015 06:54 CEST

Nach Tritt-Attacke: Syrischer Flüchtling aus Ungarn bekommt Trainerjob in Spanien

dpa

Die Bilder von ihm gingen um die Welt: der syrische Flüchtling Osama Abdul Mohsen wollte mit seinem Sohn im Arm in Ungarn ein Feld überqueren, als ihm eine ungarische TV-Reporterin ein Bein stellte und nach ihm trat.

Nun hat die Geschichte ein glückliches Ende genommen. Mohsen soll in Spanien einen Job als Fußballtrainer bekommen. Nach seiner Ankunft in Madrid am Mittwoch wurden Osama Abdul Mohsen und sein Sohn Said zunächst in einer Wohnung der Fußballakademie Cenafe untergebracht, wie ein Sprecher sagte. Ein arabischsprachiger Trainer reiste mit den beiden in dem Zug.

Das Video mit der Szene aus Ungarn hatte weltweit Empörung ausgelöst. Die Journalistin wurde daraufhin von ihrem Arbeitgeber, dem rechtskonservativen Onlinesender N1TV, gefeuert. Als Mohsen schließlich in Deutschland ankam, wurde bekannt, dass er in Syrien als Fußballtrainer gearbeitet hatte. Der Syrer war in seiner Heimat Trainer des erfolgreichen Erstliga-Verein Fotuwa. Die Fußballakademie bot ihm daraufhin an, nach Spanien zu kommen.

Ziel sei es, für ihn eine Stelle als Trainer zu finden, sagte Luis Miguel Pedraza von Cenafe. Dafür müsse er noch Spanisch lernen, das sei aber nicht erste Priorität. «Zunächst soll er sich 'mal einfinden. Wir reichen ihm eine Hand als humanitäre Geste. Später werden wir nach etwas suchen.» Die Akademie will Mohsen auch bei seinem Asylantrag unterstützen. Spanien unterstützt die EU-Pläne für eine Aufteilung von Flüchtlingen auf die 28 Mitgliedsländer und soll selbst 17.680 aufnehmen.

Hier seht ihr das Video der Szene aus Ungarn:

Unglaubliche Szenen in Ungarn: Reporterin stellt Flüchtling mit Kind ein Bein und verliert ihren Job

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